Delivery Hero schluckt Foodpanda
Mahlzeit!

Die Konsolidierung im Markt für Essens-Lieferdienste geht weiter. Delivery Hero und Foodpanda machen jetzt gemeinsame Sache. Schmalhans wird Küchenmeister.
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Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero schluckt seinen Konkurrenten foodpanda. Delivery Hero teilte in der Nacht zum Samstag mit, mit der Übernahme stärke es seine globale Führungsrolle. Beide in Berlin ansässigen Unternehmen führen nach eigenen Angaben zusammen monatlich mehr als 20 Millionen Bestellungen in 47 Ländern aus.

Delivery Hero und foodpanda sind Beteiligungen der Holding Rocket Internet. Im Austausch für die Anteile an foodpanda erhält Rocket Internet neu ausgegebene Aktien von Delivery Hero, heißt es in der Pflichtmitteilung. Damit steige der Anteil an Delivery Hero auf knapp 40 Prozent. Die Übernahme unterliege den üblichen rechtlichen Bedingungen und werde vermutlich bis Jahresende abgeschlossen.

Die Mutter Rocket Internet ist massiv in der Lieferbranche investiert, mit Hello Fresh, Delivery Hero oder Foodpanda. Doch das Problem ist, dass sie alle traditionell hohe Verluste ausweisen. Das verschreckt die Anleger und Gläubiger. Die Holding unter Führung der Brüder Samwer will den Trend jetzt brechen und die Verluste verringern. Die Fusion der Start Ups ist eine der Maßnahmen. „Der Zusammenschluss von Foodpanda und Delivery Hero, eine unserer größten und wichtigsten Beteiligungen, ermöglicht die Konsolidierung in wichtigen Märkten und baut damit Delivery Hero’s Marktposition in Kernmärkten weiter aus. Delivery Hero gewinnt zudem neue Märkte mit führenden Marktpositionen und baut damit seine geographische Präsenz weiter aus“, erklärt Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet, in einem Statement. „Darüber hinaus führt die Transaktion für Rocket Internet auf Gruppenebene zu einer verringerten Komplexität.“ Mit anderen Worten: Es wird gespart.

Der Umsatz ausgewählter Unternehmen von Rocket Internet sei in den ersten neun Monaten 2016 um 30,6 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen in Berlin vor zwei Wochen mit. Das ist allerdings ein etwas langsameres Wachstum als im ersten Halbjahr mit 32 Prozent.

Die Lieferdienste für Mahlzeiten sehen sich immer mehr Konkurrenz gegenüber. In den USA hat Amazon auf Testmärkten mit der Auslieferung von Restaurantessen begonnen. Selbst Fastfood-Ketten wie McDonald's oder Burger King bringen ihre Ware per Lieferfahrer zum Kunden. Die etablierten Fastfood-Ketten hatten mit ihren „Drive Through“-Schaltern schon einmal eine ganze Branche durchgeschüttelt. Selbst der Taxischreck Uber bereitet mit „Uber Eats“ schon die weltweite Expansion im Mittagsmarkt vor.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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