Deutliches Umsatzplus
Gastgewerbe und Gastronomie legen deutlich zu

Die anziehende Konjunktur und die größere Konsumfreude der Deutschen verhilft dem Gastgewerbe und der Gastronomie zu einem deutlichen Schub. Allerdings sorgten vor allem Preissteigerungen für klingelnde Kassen.
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Berlin/WiesbadenDie deutschen Hoteliers und Restaurantbesitzer haben im vorigen Jahr das größte Umsatzplus seit 2011 eingefahren. Die Erlöse kletterten um 3,2 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Damit profitierte die Branche von der anziehenden Konjunktur und der größeren Konsumfreude. Es war das fünfte Umsatzplus in Folge.

Allerdings sorgten vor allem Preissteigerungen für klingelnde Kassen. Klammert man die Inflation aus, legten die Umsätze nur um ein Prozent zu.

Die Hotels und die Gastronomiebetriebe erlösten nominal jeweils gut drei Prozent mehr als 2013. Vor allem die Hotels, Pensionen und Gasthöfe profitierten davon, dass Urlaub in Deutschland immer beliebter wird.

Die Zahl der Übernachtungen stieg 2014 auf einen Rekord von 424 Millionen. Dies war ein Plus von drei Prozent zum Vorjahr und der fünfte Höchststand in Folge.

Die Umsätze in der deutschen Gastronomie sind im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent gestiegen. Real, also preisbereinigt, lag das Plus bei 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Sowohl real als auch nominal sei dies der stärkste Anstieg seit 2011. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) handelte es sich nach 2011 um die zweitstärkste Zunahme seit zwanzig Jahren.

Die Branche habe das fünfte Wachstumsjahr in Folge erlebt und wachse „nachhaltig“, erklärte Dehoga-Präsident Ernst Fischer in Berlin. Für das laufende „Bürokratiejahr 2015“ gab er sich aber skeptisch. „In unseren Betrieben herrscht akuter Bürokratiefrust. Das ist nicht der Stoff, aus dem Umsatzrekorde entstehen“, beklagte Fischer. Der Verband rechne mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent.

Als Beispiele für problematische gesetzliche Vorschriften nannte Fischer die Arbeitszeitdokumentation in Zusammenhang mit dem seit Jahresanfang geltenden Mindestlohn sowie die neuen Vorschriften zur Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln. Der Mindestlohn führe "mancherorts" auch zu eingeschränkten Öffnungszeiten, Jobabbau oder höheren Preisen, beklagte Fischer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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