Deutsche Bahn
Frühjahrsputz für die Zugtoilette

Großreinemachen bei der Deutschen Bahn: Rund 250 ICE werden auf Vordermann gebracht, gereinigt und gewartet. Und auch auf den Bahnhöfen tut sich was: Der Konzern kündigt an, die Videoüberwachung weiter auszubauen.

BerlinKaputte Toiletten, defektes Bordbistro und tote Sitzplatzanzeigen sollen in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn der Vergangenheit angehören. Der Konzern hat seinen rund 250 ICE eine „Spezialbehandlung“ verordnet – die Züge werden bei einer Art Frühjahrsputz intensiv gereinigt und komplett durchrepariert. Während bisher Züge auch mit kleineren Defekten wieder aus dem Depot rollen, sollen sie dank des Programms „Reset“ künftig fehlerfrei unterwegs sein.

Bei ihrem Rund-um-Check arbeiten sich die Mitarbeiter in neun Werkstätten der Deutschen Bahn seit dem Startschuss vor zwei Wochen von außen nach innen vor: Zunächst werden die Triebzüge der verschiedenen Baureihen von außen gründlich gereinigt. Dann rollen die Wagen für etwa 48 Stunden in das Werk ein und werden auf Herz und Nieren geprüft. „In dieser Zeit werden alle Funktionsausfälle behoben“, erklärt die Deutsche Bahn.

Konkret heißt das: Beschädigte Sitzpolster und Armlehnen werden ausgetauscht. In der Bordküche wird geprüft, ob Dampfgarer, Mikrowelle, Kaffeemaschine und Zapfanlage einwandfrei funktionieren. Haben Kühlschränke oder Spülmaschinen Macken, werden sie repariert oder ausgetauscht.

Alle Mängel, die Reisende nerven, sollen behoben werden. Zusätzlich wird gründlich geputzt. Die Toilettenräume erhalten eine Dekorfolie mit Blumen im Fensterbereich und Desinfektionsspender. Und: „Die roten Lederbezüge im Bordrestaurant werden durch eine spezielle Lederpflege aufbereitet.“

Laut Deutscher Bahn werden insgesamt Teppichflächen in der Größe von 13 Fußballfeldern gesäubert und imprägniert. „Zusätzlich zum üblichen Reinigungsprozess werden die Teppiche shampooniert, um starke Verschmutzungen zu beseitigen, und anschließend versiegelt“, erklärt das Unternehmen.

Auch der Antrieb kommt auf den Prüfstand, da von ihm abhängt, ob ein ICE überhaupt fahren kann und pünktlich ist. Läuft er reibungslos, können bei Verspätungen „mit maximaler Beschleunigungskraft“ einige Minuten wieder aufgeholt werden, wie die Bahn erklärt. Und auch die Klimaanlagen müssen spätestens im Sommer wieder auf Hochtouren laufen können.

Nachdem bis Mitte Juni zunächst die 250 ICE mit ihren rund 2200 Wagen den Rund-um-Check durchlaufen, ist von September bis Dezember dann die IC-Flotte an der Reihe. In neun Werkstätten arbeiten die Mitarbeiter dafür im Drei-Schicht-Betrieb an sieben Tagen die Woche.

Das 15 Millionen Euro teure „Reset“-Programm ist Teil der Qualitätsoffensive, die Bahn-Chef Rüdiger Grube angekündigt hat. Obwohl ein Zug für den Frühjahrsputz etwa drei Tage lang ins Werk muss und in dieser Zeit nicht eingesetzt werden kann, sollen sich für den regulären Fahrplan keine Verspätungen oder Zugausfälle ergeben. Hinterher sollen sich die Reisenden dafür in den aufpolierten Zügen der Deutschen Bahn wohler fühlen.

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Frühjahrsputz für die Zugtoilette

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85 Millionen Euro für Videoüberwachung

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