Deutsche Börse Asien-Expansion in der Warteschleife

Die Deutsche Börse verschiebt den Start ihrer Plattform Eurex Asia auf frühestens 2017. Laut Insidern sind die China-Turbulenzen und technische Probleme der Grund. Der Börsenkonzern selbst hält sich bedeckt.
Die Asien-Expansion der Deutschen Börse ist vorerst aufgeschoben. Quelle: dpa
Eurex Asia startet frühestens 2017

Die Asien-Expansion der Deutschen Börse ist vorerst aufgeschoben.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Expansion der Deutschen Börse in Asien stockt. Wegen der Turbulenzen in China und technischer Probleme werde die geplante Eröffnung einer Derivatebörse und seines Abwicklungshauses in Singapur um rund 18 Monate verschoben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Sprecher der Deutschen Börse äußerte sich nicht zum Zeitraum und den Gründen, bestätigte die Verzögerung aber grundsätzlich. „Die Deutsche Börse plant aus internen und externen Gründen, den Markteintritt von Eurex Asia auf 2017 zu verschieben.“ Umfang und Zielsetzung des Projekts blieben unverändert.

Die Plattform Eurex Asia, zu der die Derivatebörse und das Clearinghaus gehören, steht im Zentrum der Wachstumsstrategie der Deutschen Börse in der Region. Anfang Juni hatte das Unternehmen noch erklärt, dass sie im zweiten Quartal 2016 den Betrieb aufnehmen soll. Wegen der Turbulenzen in China, die andere Börsen in Asien und weltweit seit Wochen in Aufruhe versetzen, haben sich die Rahmenbedingungen für die Eröffnung von Eurex Asia zuletzt aber deutlich verschlechtert.

Hinzu kommt, dass Deutschlands größter Börsenbetreiber mit der Qualität seiner neuen Clearingsoftware C7, die beim Abwicklungshaus in Singapur eingesetzt werden soll, noch nicht zufrieden ist. „Da klemmt es bei einigen Tests noch“, sagte ein Insider. Deshalb seien weitere ausführliche Tests nötig, Verlässlichkeit sei wichtiger als Schnelligkeit. Die Deutsche Börse wolle sich vor der Aufsichtsbehörde in Singapur, mit der sie erstmals zusammenarbeite, nicht blamieren.

Die Deutsche Börse hat den Aufbau eines Clearinghauses in Singapur bereits 2014 angekündigt. Solche Abwicklungseinrichtungen stellen sich bei Geschäften zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, falls einer der Handelspartner ausfällt. Um die Transparenz und Sicherheit im Hunderte Billionen Dollar schweren Derivatemarkt zu erhöhen, wollen Aufseher rund um den Globus, dass künftig mehr Geschäfte über solche Clearinghäuser laufen.

Der Sturz des Drachen
27. Juli
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Auch im Juli müssen Chinas Anleger einen neuen Kurssturz verdauen. Die Börse Schanghai bricht um 8,5 Prozent ein auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer...

Börse Schanghai bricht ein
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Grund für den Sturz: Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

24. Juli
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Eine private Umfrage zeigt, dass der chinesische Industriesektor im Juni so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr geschrumpft ist. Die wichtigsten Indizes Chinas in Shanghai und Shenzhen verlieren 1,3 und 1,8 Prozent. Damit endet eine seit rund drei Wochen andauernde Erholungsphase.

23. Juli
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Die chinesische Regierung sichert den Märkten erneut ihre Unterstützung zu. Die Anleger feiern die staatlichen Eingriffe. Der Shanghai Composite Index gewinnt mehr als zwei Prozent und schließt den sechsten Tag in Folge im Plus.

13. Juli
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Die Maßnahmen der Regierung greifen. Die Anleger greifen erneut zu chinesischen Aktien. Der chinesische Leitindex springt über die 4000-Punkte-Marke – das erste Mal seit dem Sturz am 2. Juli. Für die Anleger ist das ein wichtiger Schritt und die Hoffnung, dass die Maßnahmen der Regierung Wirkung zeigen. Innerhalb von nur drei Handelstagen gewinnt der Index mehr als 20 Prozent.

9. Juli
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Nach den angekündigten Markteingriffen gehen die chinesischen Börsen auf Erholungskurs. Der Shanghai Composite Index gewinnt im Handelsverlauf mehr als ein Prozent. Das sorgt auch auf anderen asiatischen Märkten für Entspannung.

8. Juli
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Die Behörden verschärfen die Auflagen für Sicherheiten bei Wetten auf fallende Kurse chinesischer Kleinwerte. Außerdem fordern sie Banken und Versicherer auf, verstärkt Aktien zu kaufen. Die Börsenaufsicht warnt vor „Panik” und „irrationalen Verkäufen”...

Von Singapur aus will die Deutsche Börse ihre Fühler auch in andere asiatische Märkte ausstecken. Wegen mauer Wachstumsperspektiven in Europa setzt das Unternehmen schon seit einigen Jahren verstärkt auf Asien. Vom neuen Vorstandschef Carsten Kengeter, der seit gut drei Monaten an der Spitze des Unternehmens steht und etwas Chinesisch spricht, erhoffen sich Investoren dabei weitere Impulse. „Der deutliche Ausbau des Asien-Geschäfts ist ein maßgebliches Element der Unternehmensstrategie“, betonte der Firmensprecher.

Neben Eurex Asia hat die Deutsche Börse in Frankfurt im Frühjahr ein Gemeinschaftsunternehmen mit der größten chinesischen Börse Shanghai Stock Exchange und der China Financial Futures Exchange gegründet. Die „China Europe International Exchange“ soll Aktien, Anleihen und Indexfonds (ETFs) an internationale Anleger vertreiben. Auch das sei wegen der jüngsten Talfahrt der chinesischen Börsen alles andere als einfach, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

  • rtr
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