Deutsche Börse
Nettoerlöse sollen bis 2018 kräftig zulegen

Die Deutsche Börse hat sich nach zwei Zukäufen und einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal neue Ziele gesetzt. Die Nettoerlöse sollen bis 2018 kräftig wachsen. Ohne Sparmaßnahmen wird es aber nicht gehen.
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FrankfurtDie Deutsche Börse setzt sich nach zwei Zukäufen und einem Gewinnsprung im zweiten Quartal neue Ziele. Die Nettoerlöse sollen bis 2018 pro Jahr um fünf bis zehn Prozent klettern, der Gewinn um zehn bis 15 Prozent, kündigte das Unternehmen am Montagabend an. Um die Ziele zu erreichen, will der Konzern seine Prozesse straffen und Geld einsparen. "Mit Hilfe von Hierarchieabbau, Zusammenlegung von Funktionen in Kompetenzzentren und einer weiteren Verbesserung bei Einkauf und Beschaffung will das Unternehmen ab 2016 rund 50 Millionen Euro zusätzliche Investitionskapazität freisetzen."

Von April bis Ende Juni verlieh der Schuldenstreit zwischen Griechenland und den übrigen Euro-Staaten der Deutschen Börse Rückenwind. Wegen der Hellas-Krise wurde mehr gehandelt, was den Betriebsgewinn von Deutschlands größtem Börsenbetreiber um 18 Prozent auf 271 Millionen Euro nach oben trieb. Die Nettoerlöse kletterte um 19 Prozent auf 583 Millionen Euro. Mit beiden Kennzahlen blieben die Frankfurter allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Für das laufenden Jahr bekräftigte der Konzern die im April angehobene Ziele. Der Umsatz soll sich 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro belaufen und der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn auf 975 Millionen Euro bis 1,175 Milliarden Euro. Für das Jahr 2018 peilt das Unternehmen nun 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro an und einen Betriebsgewinn von 1,55 bis 1,75 Milliarden Euro.

Bisher hatte sich die Deutsche Börse lediglich vorgenommen, den Umsatz bis 2017 auf 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro auszubauen. Der seit zwei Monaten amtierende Vorstandschef Carsten Kengeter hat die mittelfristigen Pläne überprüft und nun eigene Ziele ausgegeben. Außerdem sorgte er in seinen ersten Wochen bei der Deutschen Börse mit Übernahmen für Wirbel. Am Sonntag kaufte er die Devisenhandelsplattform 360T für 725 Millionen Euro. Am Montag kündigte er an, zwei zusammen mit der Schweizer Börse SIX betriebene Index-Anbieter für 614 Millionen Euro zu schlucken.

Auch in den kommenden Jahren wolle man auf externes Wachstum setzten, erklärte die Börse. Dabei wolle der Konzern bestehende Wachstumsfelder stärken, in neue Anlageklassen vorstoßen und zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Auf der anderen Seite sollen Beteiligungen auf den Prüfstand kommen. Finanzkreisen zufolge erwägt der Konzern unter anderem, die US-Optionsbörse ISE zu verkaufen, hat bisher aber keinen Käufer gefunden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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