Deutsche Börse und LSE
Das sind die Hürden für eine Fusion der Börsenbetreiber

Die Deutsche Börse hat mehrfach vergeblich versucht, mit einem großen Partner zu fusionieren. Auch der nun geplante Zusammenschluss mit der London Stock Exchange wackelt. Ein Überblick, welche Hürden zu nehmen sind.

FrankfurtAufsichtsbehörden: Diverse Aufsichtsbehörden müssen grünes Licht für die Fusion geben, allen voran die EU-Kommission. „Die Wettbewerbshüter sind der größte Stolperstein“, betonen die Experten des Analysehauses Exane BNP Paribas. Insider gehen davon aus, dass sich der Überprüfungsprozess bis 2017 hinziehen wird. 2012 untersagte die EU die Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange, weil sie die Marktmacht der Konzerne im Derivategeschäft für zu groß hielt.

Im Derivatehandel sehen Experten dieses mal wenig Probleme, schließlich mischt hier in Europa inzwischen die US-Börse ICE kräftig mit. Zudem hat der amerikanische Konkurrent Nasdaq angekündigt, ins Geschäft mit Zinsderivaten einzusteigen. Auch im europaweit zersplitterten Aktienhandel gebe es keine Bedenken, sagte ein Aufseher der Nachrichtenagentur Reuters.

Die größten Probleme sehen Experten und Insider bei der Abwicklung von Derivategeschäften. Hier gehören die Deutsche-Börse-Tocher Eurex und die Firma LCH.Clearnet, die der LSE mehrheitlich gehört, zu den führenden Anbietern. „Es ist wahrscheinlich, dass die Regulierer prüfen, ob eine Kombination beider Unternehmen zu weniger Wettbewerb führt“, erklären die Analysten der Großbank UBS. Auch die Situation in der Wertpapierverwahrung und im Marktdatengeschäft würden sich die Behörden sicher ansehen, erklärte der Aufseher. Neben der EU müssen auch die Behörden in Großbritannien und die hessische Börsenaufsicht grünes Licht geben. An dieser Front erwarten Experten bisher allerdings keine größeren Probleme.

Politik: Beim letzten Versuch, Deutsche Börse und LSE zu verschmelzen, gab es in Großbritannien große Vorbehalte. Medien und Politiker machten massiv Stimmung gegen den Verkauf der altehrwürdige Londoner Börse an einen deutschen Konzern. „Beim Mann auf der Straße bleibt sicher auch dieses mal hängen, dass die Deutschen eine britische Institution übernehmen wollen“, sagte der britische Parlamentarier Mark Garnier.

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