Deutsche Post Paket-Rekord zu Weihnachten erwartet

Das Weihnachtsgeschäft könnte laut Einschätzungen der Deutschen Post für einen neuen Paket-Rekord sorgen. Dank des boomenden Online-Handels hat die Post zuletzt immer mehr Lieferungen zugestellt.
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NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (links), Post-Vorstand Jürgen Gerdes (Mitte und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch starteten am Montag die Bauarbeiten für das neue Paketzentrum. Quelle: dpa
Spatenstich am DHL Logistikzentrum Bochum

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (links), Post-Vorstand Jürgen Gerdes (Mitte und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch starteten am Montag die Bauarbeiten für das neue Paketzentrum.

(Foto: dpa)

BochumDie Deutsche Post peilt im wichtigen Weihnachtsgeschäft in Deutschland einen neuen Rekord in ihrem boomenden Paket-Geschäft an. Er rechne mit einer Menge von „signifikant über acht Millionen“, an Spitzentagen sogar mit 8,7 Millionen Paketen am Tag, sagte Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes am Montag in Bochum. An normalen Tagen liefert der Konzern in Deutschland rund 4,3 Millionen Pakete aus. Für die vergangene Weihnachtssaison war die Post von mehr als acht Millionen Paketen pro Tag in Deutschland ausgegangen.

Die Post stellt dank des boomenden Online-Handels immer mehr Pakete zu. Die Verbraucher bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando Waren - die Bonner bringen diese dann den Kunden. Zugleich knüpft Gerdes ein immer engmaschigeres Paket-Netz.

Zweieinhalb Jahre nach der Schließung des Opel-Werkes in Bochum gibt es für den Ruhrgebietsstandort neue Hoffnung: Die Post baut auf Teilen des ehemaligen Werksgeländes eines der größtes Paketzentren Europas mit bis zu 600 Arbeitsplätzen. An dem Spatenstich am Montagvormittag nahmen neben Postvorstand Gerdes auch Nordrhein Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) teil. Voraussichtlich ab dem Herbst 2019 könnten an dem neuen Standort im Herzen des Ruhrgebietes bis zu 50 000 Sendungen pro Stunde bearbeitet werden, teilte das Unternehmen mit. Die Post investiere einen zweistelligen Millionenbetrag.

Mit modernen Paketzentren wie Bochum würden die Voraussetzungen geschaffen, um auch künftig den Anforderungen im wachsenden Online-Handel nachzukommen, sagte Pinkwart. Anfang 2016 hatte die Post 140 000 Quadratmeter Fläche auf dem Grundstück des ehemaligen Opel-Geländes erworben. In dem Opel-Werk hatten zuvor rund 3000 Menschen gearbeitet. Der Autobauer ist weiter in Bochum vertreten mit einem europaweiten Ersatzteilzentrum. Die Stadt und Opel bemühen sich mit einer gemeinsamen Entwicklungsgesellschaft, neue Unternehmen und Jobs für den Standort zu finden.

Mit Blick auf den Elektro-Transporter Streetscooter sagte Gerdes, er könnte sich auch ein viertes Modell vorstellen. Wie dieses aussehen könnte, wolle er noch nicht sagen. Gerdes hatte erst in der vergangenen Woche einen neuen Streetscooter vorgestellt, einen zusammen mit dem US-Automobilriesen Ford entwickelten E-Transporter. Zwei weitere Streetscooter kurven für den Konzern bereits durch deutsche Innenstädte. Zudem will die Post eine neue, zweite Streetscooter-Fabrik eröffnen. Der Bau dafür ist laut Gerdes bereits fertig. Er werde in drei Wochen sagen, wo genau sich die neue Fabrik befindet.

Wie Post und Ford E-Transporter auf die Straße bringen
Rekordverdächtig
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Gefühlt war es erst gestern, dass die Deutsche Post zur Produktion von Elektrofahrzeugen eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Autobauer Ford ankündigte. Nach einer Entwicklungszeit von nur zwei Monaten wurde nun ein erstes Ergebnis präsentiert: Der StreetScooter Work XL. Nicht nur Post-Vorstand Jürgen Gerdes (r.) ist sichtlich zufrieden mit dem E-Transporter, auch Ford-Europachef Steven Armstrong ist von dem Ergebnis „begeistert“ – und wünscht sich prompt eine Vertiefung des Bündnisses mit der Post. „Wir würden gerne eine engere Kooperation prüfen“, sagte Armstrong bei der Vorstellung des neuen Gefährts.

Groß wie nie
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Nach zwei kleineren Modellen ist nun auch der posttypische Transporter elektrifiziert. Basierend auf dem Fahrgestell des Ford Transit umfasst das Fahrzeug ein Ladevolumen von 1350 Kilogramm (oder rund 200 Paketen) und schafft eine Reichweite von 200 Kilometern.

Klare Aufteilung
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Der US-amerikanische Autobauer ist verantwortlich für das Chassis, um die Technik kümmert sich die Post. Sowohl der batterieelektrische Antriebsstrang als auch der Karosserieaufbau entstand nach Vorgabe des Logistikkonzerns.

Die Umwelt dankt
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Nach Post-Vorstand Gerdes könne das neue Modell pro Jahr bis zu 5 Tonnen CO2 oder 1900 Liter Diesel einsparen. Die während des Diesel-Skandals aufgekeimte Diskussion füllt zudem die Auftragsbücher der Post. Es bestehe eine „gewaltige“ Nachfrage.

Ziel
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Noch in diesem Jahr sollen 150 Work XL als Vorserienfahrzeuge ihren Dienst aufnehmen. Im Laufe des kommenden Jahres soll der Fuhrpark dann auf 2500 Transporter anwachsen. Zudem plant der Elektrofahrzeug-Hersteller der Post bereits den Bau einer neuen Fabrik. Dort sollen dann bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen.

Erfolgreicher Vertrieb
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Der Transporter ist bereits das dritte Model der E-Fahrzeug-Reihe der Post. Während der Work XL vorerst auf absehbare Zeit von der Post selbst beansprucht wird, vertreibt die Post die beiden kleineren Modelle auch an Dritte – zurzeit vor allem an Gewerbetreibende. Und das Geschäft mit den kleineren Scootern läuft ausgezeichnet. „Wir sind quasi ausverkauft“, sagte StreetScooter-Chef Achim Kampker.

50.000 Elektro-Wagen
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Die Deutsche Post will nach den Worten von Post-Chef Frank Appel bis 2050 die komplette Brief- und Paketzustellflotte von knapp 50.000 Fahrzeugen durch Elektro-Wagen ersetzen. Dem aktuellen Tempo der Produktion nach zu urteilen, scheint das Ziel „Null CO2“ im Rahmen des Möglichen zu liegen. In den Städten und auf dem Land müssen sich die Bewohner künftig wohl auf leise surrende, sonnengelbe Flitzer und Transporter einstellen.

Die Post ist mit Streetscooter zu einem führenden Hersteller von Elektro-Transportern aufgestiegen. Die Firma war 2010 als Startup-Unternehmen aus dem Umfeld der Universität RWTH Aachen gegründet worden. Rund 3000 der Transporter fahren derzeit für die Post. Konzernchef Frank Appel konnte bei der Entwicklung auf einen Vorteil setzen: Die Post hat einen riesigen Fuhrpark und kann die Fahrzeuge selbst testen und übernehmen. Zudem können ihr die Elektro-Transporter angesichts der Debatte um Fahrverbote handfeste Wettbewerbsvorteile bei der Zustellung in den Innenstädten verschaffen. Konkurrenten wie UPS oder Fedex werden zugleich unter Zugzwang gesetzt.

Mittelfristig will die Post ihre gesamte Brief- und Paketzustellflotte von knapp 50.000 Fahrzeugen durch Elektro-Wagen ersetzen, die mit Strom aus regenerativen Energien betrieben werden sollen. Appel hatte zugesagt, den Ausstoß des Klimagases CO2 bis 2050 auf null zu reduzieren.

  • rtr
  • dpa
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