Deutsche Post

Verdi setzt Warnstreiks fort

Die Gewerkschaft Verdi hat bei der Deutschen Post am Freitag erneut Warnstreiks abgehalten. Tausende Mitarbeiter beteiligten sich, zahlreiche Pakete blieben liegen. Eine Einigung ist noch nicht in Sicht.
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Mit den Aktionen protestieren die Beschäftigten gegen den Stillstand bei den Tarifverhandlungen – wie bereits Anfang April in München (Foto). Quelle: dpa
Warnstreik bei der Post

Mit den Aktionen protestieren die Beschäftigten gegen den Stillstand bei den Tarifverhandlungen – wie bereits Anfang April in München (Foto).

(Foto: dpa)

BonnIm Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi auch am Freitag ihre Warnstreiks fortgesetzt. Dabei legten Tausende Mitarbeiter von Paket- und Brief-Sortierzentren in fast allen Bundesländern vorübergehend die Arbeit nieder.

„Es gibt die klare Erwartung an den Arbeitgeber, in ernsthafte Verhandlungen einzutreten“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis laut einer Mitteilung vom Freitag. Zahlreiche Pakete blieben liegen. Wegen des Ausstands werde es vermutlich noch bis Ende kommender Woche Verzögerungen bei der Zustellung geben, betonte Verdi.

Mit den Aktionen protestieren die Beschäftigten gegen den Stillstand bei den Tarifverhandlungen. Knackpunkt ist der Aufbau von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung, wo die Beschäftigten zu niedrigeren Löhnen bezahlt werden.

Auch DHL schickt Paketdrohne in die Luft
In der Luft
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Vor der Zentrale der Deutschen Post in Bonn steigt eine Minidrohne mit einem Paket gen Himmel auf. Mitten im Weihnachtsgeschäft erhielt das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ eine ganz reale Bedeutung. Die Deutsche Post hat zum ersten Mal ihren „Paketkopter“ getestet und damit ein Zukunftsszenario für die Luftpost-Branche aufgezeigt.

Deutsche Post testet Paket-Drohne
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Die kleine Drohne der Deutschen Post beim ersten Einsatz. In Bonn wurde ein sogenannter Quadrokopter mit vier Rotoren getestet, den die DHL gemeinsam mit der Firma Microdrones aus Siegen entwickelt hat. Die Post-Variante kostet 40.000 Euro, wiegt etwa 2,5 Kilogramm und kann bisher eine Ladung von etwa einem Kilogramm befördern. Bald sei auch eine Drei-Kilo-Ladung möglich, sagte Post-Manager Ole Nordhoff. Der Prototyp könne laut DHL bis zu 90 Minuten im Batteriebetrieb in der Luft bleiben, 50 Stundenkilometer schnell fliegen und auch Regen und Schnee widerstehen. Bei den Zuschauern löste der Premierenflug eine Gefühlsmischung zwischen bewunderndem Staunen und Unbehagen über die Folgen der Zukunftstechnik aus.

Bereit zum Testflug
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Auf der Wiese hinter dem Bonner Post Tower bepacken zwei DHL-Mitarbeiter die Drohne mit einem Paket. Geräuschlos ist die Minidrohne wenig später mit einem Paket über den Rhein abgeflogen und bei der Post-Zentrale auf eine Zielmarkierung geschwebt. Dabei wurde das elektrisch angetriebene Modell von zwei Steuermännern am Boden mit Sticks über Funksignale ins Ziel gelenkt. Dies geschah aufgrund von besonderen Sicherheitsauflagen für die ersten Testflüge. Technisch wäre auch bereits eine GPS-Steuerung möglich gewesen.

Lieferdienst
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Laut deutschen Vorschriften darf ein solches Gerät nur auf Sicht geflogen werden. Deshalb setzen dem Einsatz des „Paketkopters“ schon die Tageszeiten Grenzen. Wenn die Dunkelheit anbricht, kann kein Sichtkontakt mehr zur Drohne hergestellt werden und das Gerät muss am Boden bleiben. Und damit es einmal ohne einen Steuermann in unmittelbarer Nähe fliegen kann, müssten Vorschriften geändert werden. Die Drohnen dürfen inklusive Ladung nicht schwerer sein als fünf Kilo und maximal 100 Meter über dem Boden schweben. Flugbetrieb über Menschenansammlungen oder Unglücksorten ist nicht erlaubt. Betroffene Grundstückseigentümer müssen den Flügen zustimmen. Die einzelnen Bundesländer haben außerdem ihre eigenen Bestimmungen. Für den Probelauf der Deutschen Post in Bonn gilt nordrhein-westfälisches Landesrecht. Eine allgemeine Erlaubnis ist an mehrere Voraussetzungen geknüpft: Der Antrag muss einen gewerbsmäßigen Zweck verfolgen und der Steuerer muss in der Bedienung des Fluggeräts geübt sein.

Flieger der Konkurrenz
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Natürlich war die Drohne mit dem DHL-Packet auch eine Antwort auf Amazon. Der Gründer und Chef des weltgrößten Onlinehändlers, Jeff Bezos, hatte vor einigen Tagen auch eine Paket-Drohne aufsteigen lassen. Bezos träumt davon, dass Drohnen künftig Waren an die Haustür liefern. Die Entwicklung könne vier bis fünf Jahre dauern, hatte er gesagt. Post-Vorstandschef Frank Appel dürfte der spektakuläre PR-Coup mächtig geärgert haben. Umso mehr, als die Deutsche Post auch schon seit einiger Zeit an dieser Variante einer Zustellung durch unbemannte Fluggeräte forscht und auch schon früher zu der „Luftnummer“ in der Lage gewesen wäre.

Dem Vogelflug nachempfunden
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Noch ist die Drohnen-Zustellung keine neue Wettbewerbsfront, sondern Zukunftsmusik. Das machte auch Post-Manager Ole Nordhoff klar: „Das ist ein Forschungsprojekt, und hier stehen wir erst ganz am Anfang.“ Eine Umsetzung sei noch „reine Spekulation“. Zunächst werde es um Weiterentwicklung und Tests gehen. „Grundsätzlich ist das eine spannende Technologie.“ Eine Lieferung wäre nicht an die Straße gebunden und könne auch sehr schnell erfolgen. Klingelt bald kein Paketbote mehr? „Das sehe ich nicht“, sagte Nordhoff. Derzeit denken die Manager bei der Post eher an Ausnahmefälle - etwa bei Sendungen von eiligen Medikamenten oder in entlegene Gebiete.

Darin sieht Verdi einen Bruch bestehender Schutzvereinbarungen und fordert für 140.000 Beschäftigte als Ausgleich eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Eine weitere Verhandlungsrunde ist für den 27. und 28. April in Siegburg vereinbart.

  • dpa
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