Dienstleistungskonzern
Bilfinger baut Fernwärmeleitung im Ruhrgebiet

Der Mannheimer Dienstleistungskonzern gewinnt einen wichtigen Auftrag mit einem Volumen von 25 Millionen Euro für seine angeschlagene Kraftwerkssparte. Die steht nach wie vor zum Verkauf.

MannheimDer Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger realisiert für den Versorger Uniper ein wegweisendes Fernwärmeprojekt im Ruhrgebiet. Bilfinger baut eine Fernwärmeleitung von Datteln zum bestehenden Fernwärmeverbundsystem. Die 13,5 Kilometer lange Trasse führt vom Neubau des Kraftwerks Datteln 4 über Castrop-Rauxel nach Recklinghausen, wo sie an das Fernwärmenetz angeschlossen wird. Der Auftrag hat ein Volumen von 25 Millionen Euro und wird von der Gesellschaft Bilfinger VAM Anlagentechnik mit Sitz im österreichischen Wels umgesetzt.

Bilfinger ist verantwortlich für die Planung, die Lieferung und Verlegung der Rohrleitungen sowie für die Anbindung ans Fernwärmenetz. „Wir freuen uns, eines der größten Fernwärmeprojekte der vergangenen Jahre durchzuführen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz und damit zum Klimaschutz in Deutschland“, sagt Klas J. Schmitz, Chef der Kraftwerkssparte Power.

Das neue Kraftwerk Datteln 4 am Dortmund-Ems-Kanal wird bereits bei der reinen Stromerzeugung einen hohen Wirkungsgrad erzielen. Da hier Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung werden, wird Brennstoff eingespart und die Energieeffizienz erhöht. Insgesamt können durch die Fernwärmeerzeugung im Kraftwerk Datteln 4 pro Jahr mehrere 100.000 Tonnen an Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden.

Das Kraftwerksgeschäft, in dem im vergangenen Jahr 10.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschafteten, steht seit fast einem Jahr zum Verkauf. Es wird von Bilfinger als nicht fortzuführende Aktivität geführt. Ebenfalls zum Verkauf steht die Bilfinger-Sparte für Gebäudedienstleistungen Building and Facility. Für die Sparte gibt es mehrere Interessenten. Deren Angebote werden immer noch geprüft, noch ist nichts entschieden. Auch ein Verbleib der Sparte im Konzern ist offenbar nicht ausgeschlossen. Die Sparte Bau- und Immobilienservices setzte 2015 mit 20 000 Mitarbeitern rund 2,9 Milliarden Euro um. Dazu zählte damals allerdings noch der Bereich Wassertechnologie, der inzwischen verkauft wurde. Übrig bliebe bei nach Veräußerung der Sparte noch das Geschäft mit Industriedienstleistungen.  

 

 

Martin Tofern
Martin Tofern
Handelsblatt / Redakteur Unternehmen und Märkte
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