DriveNow und Car2Go

Sixt deutet Gespräche über Carsharing-Bund an

Schon lange wird über eine Fusion der Carsharing-Dienste Car2Go und Drive Now spekuliert. Sixt bestätigt nun indirekt, dass Gespräche laufen. Derweil stieg der Nettogewinn beim Autovermieter unerwartet deutlich.
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Sixt hatte 2011 gemeinsam mit BMW die Carsharing-Firma DriveNow gegründet und besitzt 50 Prozent der Anteile daran. Quelle: dpa
Carsharing DriveNow

Sixt hatte 2011 gemeinsam mit BMW die Carsharing-Firma DriveNow gegründet und besitzt 50 Prozent der Anteile daran.

(Foto: dpa)

München/PullachDer Autovermieter Sixt hat Gespräche mit BMW und Daimler über eine Fusion der Carsharing-Dienste der drei Konzerne durchblicken lassen. Vorstandschef Erich Sixt lehnte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zwar eine Stellungnahme ab, schilderte aber, dass er im Dezember in der Zeitung von der Diskussion gelesen habe, die nicht von Sixt ausgegangen sei.

Noch im März habe er gesagt, er sei an den Gesprächen nicht beteiligt. „Heute gibt es keinen Kommentar. Natürlich ist das etwas Anderes als die letzte Aussage. Warum sich das so lange hinzieht? Das ist nicht unser Verschulden.“ Details wollte er nicht nennen.

Sixt hatte 2011 gemeinsam mit BMW die Carsharing-Firma DriveNow gegründet und besitzt 50 Prozent der Anteile daran. Als im Dezember Spekulationen über eine Fusion mit Daimlers Dienst Car2Go aufkamen, teilte Sixt mit, dies komme für ihn nicht infrage und sei ohne seine Zustimmung nicht möglich.

Die Frage, ob er grundsätzlich zu einem Ausstieg bereit sei, ließ der Vorstandschef am Donnerstag offen. Er verwies darauf, dass die Kundenzahlen wüchsen und die Expansion weitergehe. DriveNow sei „mit großem Abstand die Nummer 1 im Carsharing-Markt“. Sixt betonte: „Wir haben hier ein Juwel im Portfolio.“

Bei Deutschlands größtem Autovermieter klingeln derweil die Kassen. Im ersten Halbjahr stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um unerwartet hohe 28 Prozent auf knapp 73 Millionen Euro, wie das Unternehmen im Münchner Vorort Pullach am Donnerstag mitteilte.

Sixt profitierte dabei von den schwierigen Verhältnissen in der Türkei, in Ägypten und Tunesien. Der Autovermieter hatte darauf gesetzt, dass viele Touristen deshalb lieber nach Spanien, Frankreich und Italien reisten – was sich erfüllte. Auch in den USA liefen die Geschäfte gut, so dass die Auslandsumsätze in der Autovermietung um mehr als 12 Prozent auf 453 Millionen Euro stiegen.

Ein Gauland als Nachbar? Lieber umziehen!
Sixt-Werbung mit Alexander Gauland
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„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ AfD-Politiker Alexander Gauland. Jérôme Boateng erlebte danach zahlreiche Solidaritätsbekundungen – sogar Politiker wie Sigmar Gabriel oder die Bundeskanzlerin schalteten sich ein. Nun mischt auch Sixt mit und nimmt Gauland auf die Schippe. Mehr zu der Kampagne.

2014: GDL
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„HDGDL, GDL“ - mit dieser leicht ironischen Botschaft bedankt sich der Autovermieter Sixt für den Bahnstreik. Das Buchstabenkürzel „HDGDL“ steht in der Sprache von SMS und Whatsapp für „Hab' dich ganz doll lieb“, die Abkürzung GDL steht für die Gewerkschaft der Lokführer, die am Wochenende die Deutsche Bahn bestreikt hat. Der Streik hat bei vielen Reisenden für Unmut gesorgt - und das Geschäft bei Autovermietern und Fernbussen angekurbelt.

2014: Roberto Blanco
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Zuletzt warb beispielsweise der Schlagersänger Roberto Blanco in einem vielbeachteten Internet-Musikvideo für Cabrios von Sixt. Ironischer Titel des Songs: „Ein bisschen Spar'n muss sein“. Darin macht sich der Schlagersänger selbstironisch über den Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau lustig. Textbeispiele: „Goldene Uhren, riesiger TV - ich habe alles verloren, nur wegen meiner Ex-Frau.“ Nebenbei ständig im Bild: Der Schriftzug des Münchener Autovermieters.

2001: Angela Merkel
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Auch die Kanzlerin hat schon Erfahrung mit den hämischen Werbern von Sixt und ihren Cabrios gemacht: Im Jahr 2001 lästerte der Autovermieter über die Frisur der damaligen CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel – und ließ ihr die Haare zu Berge stehen.

2007: Matthias Reim
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Ein weiterer Pleitegeier, den Sixt für die Werbung nutzte: Schlagersänger Matthias Reim machte 2007 Schlagzeilen mit seiner Finanzmisere - und war sich kurz darauf nicht zu schade, sich selber und einen seiner Mega-Hits an Sixt zu verkaufen. Titel: "Verdammt, ich hab nix"

2007: Gibsnisch!
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Mit einem fiktiven Konkurrenten schickte der Autovermieter auch die eigenen Kunden schon in die Irre. Slogan: Günstiger als bei Sixt gibsnisch!

WM
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Das WM-Aus der Italiener würde von Sixt mit gewohnter Häme kommentiert: Mit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.

Sixt hat zwei Geschäftsbereiche: Autovermietung und Leasing. Insgesamt legte der Umsatz um 5,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro zu. Der deutsche Markt spielt in der Autovermietung inzwischen nur noch die zweite Geige: Mehr als die Hälfte der Erlöse wurden im Ausland erwirtschaftet. Sixt hatte bereits im Juli die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Die Börse reagierte erfreut: Im SDax der kleineren Werte legte die Sixt-Aktie am Vormittag um 2,6 Prozent zu und war damit Spitzenreiter.

  • dpa
  • rtr
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