Dumpingverdacht
Kartellamt treibt Untersuchung gegen die Post voran

Die Wettbewerbshüter des Bundeskartellamts forcieren ihre Untersuchung gegen die Deutsche Post. Konkurrenten sollen mit Dumpingangeboten ausgestochen worden sein. Die Post muss sich bald äußern.
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DüsseldorfDas Bundeskartellamt treibt seine Untersuchung der Briefpreise der Deutschen Post im lukrativen Großkundengeschäft weiter voran. "Im laufenden Verfahren haben wir der Deutschen Post mitgeteilt, dass wir ihre Tarifgestaltung bei Großkunden kritisch sehen, da sie andere Briefdienstleister missbräuchlich behindern könnte", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Ein Post-Sprecher ergänzte, dass der Konzern von der Behörde eine Fristverlängerung bis zum 1. Februar erhalten habe, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Zu der Untersuchung wollte er sich aber wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern.

Das Kartellamt hatte seine Untersuchung nach Beschwerden von Wettbewerbern der Post eingeleitet. "Der Vorwurf richtet sich dagegen, dass die Preise, die die Deutsche Post von Großkunden für die Versendung von Briefen verlangt, nicht kostendeckend seien", hatte Mundt im November 2012 gesagt. "Wir prüfen nun in dem Verfahren, ob die Deutsche Post durch eine Kampfpreisstrategie versucht, Wettbewerber aus dem Markt zu drängen oder fernzuhalten." Post-Chef Frank Appel hatte damals gelassen auf die Vorwürfe reagiert. Die Bundesnetzagentur habe als Regulierer die Preise bereits untersucht, hatte er gesagt. Die Post sei mit Blick auf das Verfahren "verwundert, aber nicht besorgt".

Das Kartellamt hatte Preise und Rabatte untersucht, die die Post im Briefgeschäft mit Großkunden wie Banken oder Krankenkassen anbietet. Bei diesen Massensendungen hat die Post vergleichsweise freie Hand, im Geschäft mit Verbrauchern dagegen muss der Konzern das Porto von der Bundesnetzagentur als Regulierer genehmigen lassen.

Die Behörde hatte zuletzt einer Porto-Erhöhung für 2014 zugestimmt. Das Bundeskartellamt kann gegen die Post vorgehen, wenn der Konzern mit seinen Rabatten systematisch Preise anbietet, die unter seinen tatsächlichen Kosten liegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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