Expedia-Chef Dara Khosrowshahi wird neuer Uber-Boss

Nach langer Suche steht der neue Uber-Boss fest: Auf Mitgründer Travis Kalanick folgt der Noch-Expedia-Chef Dara Khosrowshahi. Der gebürtige Iraner und erfahrene Manager soll den Fahrdienstleister aus der Krise führen.
Update: 30.08.2017 - 10:02 Uhr Kommentieren
Der 48-jährige Geschäftsmann ist iranischer Abstammung und sitzt im Verwaltungsrat der „New York Times“. Quelle: dpa
Dara Khosrowshahi

Der 48-jährige Geschäftsmann ist iranischer Abstammung und sitzt im Verwaltungsrat der „New York Times“.

(Foto: dpa)

San FranciscoDara Khosrowshahi ist neuer Chef des Fahrdienstvermittlers Uber. Für die Ernennung des gebürtigen Iraners, der seit 2005 den Online-Reisekonzern Expedia leitete, stimmte der Aufsichtsrat ohne Gegenvotum, teilte Uber am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Khosrowshahi wird damit wie erwartet Nachfolger des umstrittenen Firmen-Mitgründers Travis Kalanick. Uber lobte Khosrowshahi für dessen „Erfahrung, Talent und Vision“. Uber-Mitgründer Kalanick war im Juni nach einer Reihe von Skandalen auf Drängen von Investoren zurückgetreten.

Mit einem Marktwert von 70 Milliarden Dollar gilt Uber als das wertvollste Start-up der Welt. Die Investoren waren allerdings besorgt über die chaotischen Verhältnisse in der Chef-Etage in der Ära Kalanick. Kritisiert wurden etwa unangemessene und unethische Anweisungen, Diskriminierung von Frauen und sexuelle Übergriffe. Angesichts der Skandale bangen die Geldgeber nun um den Wert ihrer Investitionen.

Dara Khosrowshahi (48) wurde in Teheran (Iran) geboren und kam als Vorschulkind in die USA. Seine Familie war vor den Verhältnissen der iranischen Revolution geflohen. Er ist Absolvent der Brown University (US-Bundesstaat Rhode Island). Seit zwölf Jahren leitet Khosrowshahi das international agierende Online-Reiseunternehmen Expedia und sitzt im Verwaltungsrat der „New York Times“.

Bei der Auswahl von Khosrowshahi war entscheidend, dass er in zentralen Punkten quasi einen Gegenentwurf zu Uber-Mitgründer Kalanick darstellt. Der ehemalige Expedia-Boss gilt als bescheiden und meidet das Rampenlicht, während sein Vorgänger stets lautstark auftrat und in persönlichen Streitereien mit Uber-Fahrern ein schlechtes Bild abgab.

Uber will aber auch davon profitieren, dass Khosrowshahi über Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Google verfügt. Als Expedia-CEO hatte sich Khosrowshahi in der Europäischen Union über die Geschäftspraktiken von Google beschwert. Nach fast sieben Jahren Ermittlungen verhängte die EU dann gegen den Internet-Konzern eine Rekord-Kartellstrafe von 2,4 Milliarden Euro. Khosrowshahis neuer Arbeitgeber Uber konkurriert mit dem Google-Konzern Alphabet im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge. Uber muss sich vor Gericht außerdem gegen Vorwürfe wehren, dass ein ehemaliger Google-Mitarbeiter Technologie für selbstfahrende Autos illegal zu Uber mitgenommen habe.

  • dpa
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