Fahrdienst unter Druck
Sexismus-Vorwürfe gegen Uber

Eine Ex-Mitarbeiterin wirft einem Uber-Manager sexuelle Belästigung vor und prangert die Firmenkultur an. Gründer Travis Kalanick verspricht schnelle Aufklärung. Doch das Start-up steht wiederholt in der Kritik.
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San Francisco/BerlinDer Fahrdienst Uber aus San Francisco hat mit Sexismus-Vorwürfen zu kämpfen. Sie sei von einem Vorgesetzten belästigt worden, notierte die ehemalige Mitarbeiterin Susan J. Fowler in einem Blog-Post am Sonntag. Die Personalabteilung habe den Vorfall heruntergespielt. Uber-Gründer Travis Kalanick ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an.

Was Fowler in ihrem Text beschreibe, sei „abscheulich“ und nicht mit den Werten des Unternehmens vereinbar, erklärte Kalanick in einem Beitrag im Firmenblog. Er höre das erste Mal von den Vorwürfen und habe eine „unverzügliche Untersuchung” angeordnet. Es sei „absolut kein Platz für diese Art von Verhalten bei Uber”, so Kalanick. „Und jeder, der sich so verhält oder denkt, dass es in Ordnung ist, wird gefeuert.“

Die Programmiererin hatte ein Jahr lang in der Produktentwicklung des Dienstes gearbeitet. Bereits am ersten Tag habe der Vorgesetzte ihres Teams sie mit Nachrichten bestürmt und vorgeschlagen, ein sexuelles Verhältnis mit ihm zu beginnen, klagt Fowler in ihrem Beitrag.

Sie habe die Personalabteilung informiert, doch diese habe nur abgewunken. Der beschuldigte Manager sei ein „Leistungsträger“ mit besten Beurteilungen von Vorgesetzten, hätten die Personaler ihr mitgeteilt; der Vorfall sei nur ein „unschuldiger Fehler“. Es stehe der Frau jedoch frei, das Team zu wechseln.

Sollte sie bleiben, so die Frau weiter in ihrem Blog, müsse sie laut Personalabteilung damit rechnen, von dem betreffenden Manager eine schlechte Beurteilung zu erhalten. Angeblich habe man zum ersten Mal von entsprechenden Vorwürfen gegen den Mann gehört.

Vorwürfe sexueller Diskriminierung sind nicht neu in der von Männern dominierten Arbeitswelt der Tech-Industrie. In den vergangenen Jahren sorgte unter anderem die Klage von Ellen Pao gegen die berühmte Risikokapital-Firma Kleiner Perkins für Aufsehen. Pao konnte die Geschworenen jedoch nicht davon überzeugen, dass sie in ihrer Karriere benachteiligt wurde, weil sie eine Frau ist.

Die neuen Vorwürfe gegen Uber sind aber drastischer als bisherige Fälle, weil sie das Bild von einem Unternehmen zeichnen, in dem Sexismus offenbar zum System gehört.

Auch später, schreibt Fowler, sei sie immer wieder auf Sexismus gestoßen, zum Beispiel als für 120 Männer in einem Team Lederjacken bestellt worden seien, aber nicht für die sechs Frauen, weil es dafür keinen Mengenrabatt gab. Die Personalabteilung habe ihre Beschwerden über Benachteiligungen ignoriert und an einem Punkt auch erklärt, sie sei das eigentliche Problem.

Seite 1:

Sexismus-Vorwürfe gegen Uber

Seite 2:

Arianna Huffington bietet Hilfe an

Kommentare zu " Fahrdienst unter Druck: Sexismus-Vorwürfe gegen Uber"

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  • Richtig Leute, das erinnert alles an Herrn Kachelmann und die böse Schwarzer.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette   

  • @Toni Ebert
    Heut zu Tage darfst Du als Chef einer Frau nicht einmal ein Kompliment mehr machen, du darfst auch eine Frau nicht mehr böse anblicken...und wenn Du eine Frau ignorierst, dann ist das auch nicht in Ordnung.
    Entweder wird der Sexismus vorgehalten oder die Diskriminierung oder auch das Gleichbehandlungsgesetz.

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