Fernbusangebot steigt
Unternehmen vervierfachen ihr Liniennetz

2013 wurde der Markt geöffnet – heute zeigt sich die Wirkung: Waren Fernbusse 2013 noch eher Exoten auf deutschen Straßen, hat sich das Netz nun fast vervierfacht. Viele sehen darin den Beweis: Das Angebot ist nötig.

BerlinIn Deutschland wächst die Zahl von Fernbus-Verbindungen einem Bericht zufolge weiter kräftig. Seit der Öffnung des Marktes Anfang 2013 habe das Angebot von 86 auf inzwischen 338 Linien zugenommen, schreibt die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Angaben des Bundesverkehrsministeriums.

Am vergangenen Wochenende hatte das Berliner Marktforschungsinstitut Iges bereits neue Daten zur Branche veröffentlicht. Demnach stieg die Zahl der Fernbus-Linien von Oktober 2014 bis Oktober 2015 um 74 auf 326 - ein Plus von 29 Prozent. Gemessen an Fahrplan-Kilometern ist MeinFernbus/ Flixbus der weitaus größte Anbieter mit einem Marktanteil von 73 Prozent. Auf Platz zwei folgt der Postbus mit 11 Prozent. Nummer drei ist laut der Iges-Studie die Deutsche Bahn mit ihren Marken BerlinLinienBus und IC Bus, die zusammen auf 6 Prozent kommen.

Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, Wolfgang Steinbrück, sieht die einst umstrittene Liberalisierung des Busmarkts durch die Entwicklung gerechtfertigt: „Die neuen Zahlen zeigen, dass mit dem Fernbus funktionierender Wettbewerb im Personenverkehr erst möglich geworden ist. Jetzt steigen sogar mehr Menschen auf Bus und Bahn um.“ Skeptiker sehen den Markt aber auch zunehmend gesättigt, einige kleine Anbieter arbeiten inzwischen als Partner größerer Fernbus-Firmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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