Firmenpleite
Baukonzern Alpine meldet Insolvenz an

Alpine, der zweitgrößte Baukonzern Österreichs, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor waren Gespräche mit den Gläubigern über ein Rettungspaket geplatzt. Ein Konkurrent zeigt bereits Interesse an Firmenteilen.
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FrankfurtDer österreichische Baukonzern Alpine steht vor der Pleite. Die Gespräche mit den Gläubigern über ein Rettungspaket wurden abgebrochen, ein Insolvenzantrag steht unmittelbar bevor, hatte Alpine am Dienstagabend mitgeteilt. Am Mittwochmorgen war es dann soweit: „Der Antrag wurde von der Alpine Bau GmbH eingebracht“, sagte ein Sprecher des Kreditschutzverbandes (KSV).

Die Geschäftsführung bereite „ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor und wird die Verfahrenseröffnung umgehend beantragen“, hatte es in der Pflichtmitteilung geheißen. Auf Grundlage eines von Restrukturierungsberatern erstellten Konzeptes solle versucht werden, einen Teil des Konzerns und der damit verbundenen Arbeitsplätze zu retten.

Der österreichische Baukonzern Porr zeigte am Mittwoch bereits Interesse an Teilen des insolventen Konkurrenten. „Die Porr ist daran interessiert, Teile der Alpine oder ein Gesamtkonstrukt für Österreich sinnvoll zu übernehmen“, sagte ein Porr-Sprecher. Gespräche hierzu würden bereits laufen. Porr rechnet nach eigenen Angaben auch mit anderen Interessenten.

Erst im März hatte sich Alpine auf einen Rettungsplan mit seinen Gläubigern und der spanischen Mutter FCC geeinigt. Damals hatte FCC 250 Millionen Euro eingebracht, die Gläubiger hatten auf Forderungen über insgesamt 150 Millionen Euro verzichtet. Doch wegen des schleppenden Verkaufs der Töchter Alpine-Energie, der Sanierungsbautochter Hazet und der Spezialtiefbau-Tochter benötigt der Baukonzern zusätzliche Unterstützung. Von dem Verkauf der Töchter hatte sich Alpine einem Insider zufolge einen Erlös von mehreren Hundert Millionen Euro erhofft.

Alpine, der nach eigenen Angaben zweitgrößte Baukonzern Österreichs, ist im vergangenen Jahr unter anderem wegen der mauen Baukonjunktur und Verzögerungen bei wichtigen Projekten in Schieflage geraten. Allein bei seinen Anleihegläubigern steht Alpine mit 290 Millionen Euro in der Kreide.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Firmenpleite: Baukonzern Alpine meldet Insolvenz an"

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  • Viel schlimmer ist, daß diese billigen Jakobe reell kalkulierende Firmen unterbieten und diese damit in die Pleite treiben. Es bleiben die Betrüger und Pfuscher und die Rechtsverdreher übrig.

    Die VOB ist die größte Verdummung: Dieses Werk beruht auf dem Versprechen, daß alle Anbieter die gleiche Leistung erbringen, nur zu unterschiedlichem Preis. Ein Wahnsinn, aber mit Methode.

  • das geschäftsmodell war,unterpreisig aufträge reinzunehmen,ab und zu auch, um mit dem vom management des auftraggebers ausgereichte belohnungen mi diesem zu teilen .

    oder man klagte dann bis zum st.niemerleinstag nachträge und preiserhöhungen ein.
    hab mal bei deutsche bahn gegen alpine und umgekehrt im LG berlin bei ner session zugehört:leipzig baumaßnahmen

    die richterin.hab die hunderte ordner gewissenhaft durchgearbeitet,und ich weiß jetzt,daß ich nicht durchblicke aber auch ,daß beide prozeßparteien den überblick verloren haben

    darüber sitzen noch in zehn jahren die gerichte.meine herren ,lassen sie sich was einfallen

  • Da hat wohl alles "Schmiergeld" nicht geholfen.

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