GDL beendet Bahn-Streik
Die Streik-Hähne beschließen Waffenstillstand

Doch kein Mega-Streik: Die Lokführer lassen sich auf eine Schlichtung mit der Deutschen Bahn ein. Noch am Donnerstag soll der unbefristete Ausstand enden. Bis mindestens zum 17. Juni können Bahnkunden durchatmen.
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FrankfurtAufatmen für Millionen Bahnfahrer: Die Lokführergewerkschaft GDL beendet noch am heutigen Donnerstag ihren Streik. Beide Seiten hätten sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt, teilten die GDL und die Bahn am Donnerstag mit.

Die GDL hat den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow als Schlichter benannt, die Bahn den ehemaligen Regierungschef des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck. Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch (27.5.) beginnen und ist für drei Wochen angesetzt, für diesen Zeitraum gilt eine Friedenspflicht.

Die notwendigen Maßnahmen zur Beendung des Streiks sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7 Uhr angelaufen, laut GDL dauert der Ausstand aber noch bis 19 Uhr. Während im Nahverkehr ab Freitag die Züge wieder fahrplanmäßig fahren sollen, werde dies bei IC und ICE noch bis Samstag dauern, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Donnerstag in Berlin. Bis dahin gelte der Ersatzfahrplan.

Offenbar hat die GDL in den Verhandlungen zentrale Punkte durchsetzen können. Die Bahn habe akzeptiert, „dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen“, teilte die Gewerkschaft mit. Die Lokrangierführer würden als Lokomotivführer eingruppiert. Der Streit hatte sich unter anderem daran entzündet, dass die GDL nicht nur für Lokführer, sondern auch andere Berufsgruppen Tarifverträge abschließen will.

„Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im 9. Arbeitskampf der Gordische Knoten durchschlagen werden“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Bahn-Personalvorstand Weber zeigte sich erleichtert. „Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde. Nun heißt es, Ruhe in die Betriebe zu bringen“, erklärte er.

Der Druck für beide Seiten war gestiegen, da am Donnerstag die EVG auf einen Tarif-Abschluss dringt. Dies hätte aber den Spielraum für den Staatskonzern mit der GDL stark eingeengt, da die Bahn unterschiedliche Verträge für gleiche Berufsgruppen ablehnt. Die EVG hat bislang nicht gestreikt, droht aber damit, falls es am Donnerstag keine Einigung gebe. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ mitteilen, dass sie eine Schlichtung für nötig halte.

Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, am reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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