GDL und Deutsche Bahn

Bahn-Betriebsrat fordert schnelle Einigung

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn, Jens Schwarz, äußert sich selten öffentlich. Doch nun appelliert Schwarz an die Bahn und die Gewerkschaften, sich möglichst schnell zu einigen.
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Weselsky: „Druck wird weiter erhöht“

DüsseldorfJens Schwarz meldet sich selten zu Wort. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn und damit der Vertreter von rund 200.000 Eisenbahnern in Deutschland überlässt das Feld eher den Eisenbahnergewerkschaften. Allen voran natürlich der inzwischen streikerprobten GDL mit ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky. Wenn sich Schwarz jetzt also zu Wort meldet, wiegt das umso mehr.

Der inzwischen neunte Lokführerstreik mit seinen wirtschaftlichen Folgen lasse die Beschäftigten der Bahn um ihren Arbeitsplatz fürchten, berichtete Schwarz am Mittwoch in Frankfurt. Der derzeitige Schwebezustand verunsichere die Kollegen zum Teil massiv, sagte Schwarz in Frankfurt. Er appellierte an das Unternehmen und an die Gewerkschaften GDL und EVG, sich schnell zu einigen.

Schwarz ist Mitglied der EVG und unterstützt deren Position nach einem einheitlichen Tarifvertrag im Bahn-Konzern. „Der integrierte Konzern und die damit verbundene Durchlässigkeit innerhalb des Konzerns gewährleisten unseren Kolleginnen und Kollegen berufliche Perspektiven, die es zu wahren gilt“, fordert er. Die GDL versucht dagegen eine eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer und Bahnpersonal durchzusetzen. Deshalb ziehen sich die Verhandlungen mit der Bahn, hin. Die Bahn will unterschiedliche Tarifverträge für dieselben Berufsgruppen verhindern.

Während der Streik nun auch im Personenverkehr angelaufen ist, sprechen Bahnvorstand Ulrich Weber und GDL-Chef Claus Weselsky seit Dienstag wieder miteinander. Moderator ist der frühere Vorsitzende des Bundesarbeitsgerichtes Klaus Bepler.

Ziel der Gespräche ist es, eine Rechtsgrundlage für weitere Verhandlungen zu finden. Über den Stand der Gespräche wurde nichts bekannt. 

Die Bibel der wildgewordenen Lokführer
Die Bibel der GDL
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Sie wollen wissen, welche tarif- und gesellschaftspolitischen Positionen die GDL vertritt und was das Zugpersonal zu sagen hat. Dann ist der Buch mit dem Titel „Die Arbeit, die Du mit Freude schaffst, gibt Dir Kraft. Die Arbeit, die Du nur ungern tust, nimmt Dir Kraft“ genau das Richtige. Der Preis für GDL-Mitglieder: 1,00 Euro

„Für dich.“
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Man schlägt das Buch auf und es schlägt einem ins Gesicht: „Für dich.“ Wir alle sind GDL. Es ist sofort klar, wen die GDL anspricht. Das Buch „Die Arbeit, die du mit Freude schaffst, gibt dir Kraft. Die Arbeit, die du nur ungern tust, nimmt dir Kraft.“ der GDL soll junge Bahner überzeugen, sich der Gewerkschaft anzuschließen. Dabei ist eine Sammlung an eindringlichen Aussagen zum Thema Bahngewerkschaft entstanden, die teils skurril, teils urkomisch und manchmal wie Werbung für eine Sekte klingen.

Die Haltung der Medien:
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Die Presse hielt die „GDL anfänglich für die neue Mediensau, die man durchs Dorf treiben kann“. Das verkündet GDL-Vorsitzender Claus Weselsky in seinem Buch. Heute jedoch „nimmt man sie als kompetenten, wohlabwägenden Sachverwalter der ihr anvertrauten Klientel wahr.“ Zum Hintergrund: „Focus Online“ veröffentlichte den Wohnort des Gewerkschafters, ein anderes Boulevard-Medium sprach mit Weselskys Ex-Frau, die aus dem Privatleben berichtete.

Das Ansehen der GDL:
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Die GDL ist „ein respektierter Berufsverband, dessen Kompetenz und Sachverstand auf nationaler und europäischer Ebene zunehmend gefragt ist.“ So die Selbsteinschätzung im Motivationsbuch.

Die GDL und die Globalisierung:
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„GEH! WERK! SCHAFFT!“, so beschreibt die GDL den Arbeitsalltag bei der Bahn, der nicht mehr so wie in den guten alten Zeiten sein soll. „Immer schneller. Immer besser. Immer billiger. Die Globalisierung macht Tempo (…) Du bist nicht nur mehr Mensch, sondern auch Ressource in einem Arbeitsprozess, der wirtschaftlichen Erfolg will. Um jeden Preis!“

Das böse Unternehmen:
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Glaubt man der GDL, werden die Mitarbeiter bei der Bahn verheizt. „Von deinem beruflichen Werdegang und deinen persönlichen Wünschen will mancher Arbeitgeber nichts wissen. Hauptsache du legst dich krumm. Gut, dass es noch Gewerkschaften gibt. Deine ist die GDL.“

Das böse Unternehmen, Teil 2:
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„Beim nächsten Zug Schachmatt.“ Die GDL will nicht weiter der Profitgier der Bahn zusehen. „Damit die Gewinne dick bleiben, dünnen die Unternehmen die Personaldecke aus. (…) Du wirst mit zusätzlichen Aufgaben belastet. Die haben mit deinem Beruf oft nichts zu tun.“

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  • Die Bahn ist sowohl technologisch als auch organisatorisch ein Fosil, das nicht mehr in die heutige Zeit gehört. Von daher müssen wir uns bei weselsky bedanken, dass er die Verlagerung der Verkehre auf die Strasse voran bringt. Er beschleunigt damit nur die natürliche Auslese des Marktes.

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