Gesundheitsdienstleister
GHD geht an dritten Finanzinvestor

Den Zuschlag für den norddeutschen Gesundheitsdienstleister GHD erhält die schwedische Nordic Capital. Eine halbe Milliarde Euro umfasst das Geschäft. Bei einer Konsolidierung winkt die doppelte Summe an Umsatz.
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Frankfurt am MainDer norddeutsche Gesundheitsdienstleister GHD bekommt den dritten Finanzinvestor als Eigentümer. Die schwedische IK Investment Partners verkauft das Unternehmen aus Ahrensburg bei Hamburg an die ebenfalls aus dem skandinavischen Land stammende Nordic Capital, wie IK am Donnerstag mitteilte. Finanzkreisen zufolge lag der Kaufpreis bei rund 500 Millionen Euro. IK und Nordic Capital erklärten, darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. „Wir wollten eigentlich erst in einem Jahr verkaufen", sagte IK-Partner Detlef Dinsel der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber dann hat GHD das Interesse mehrerer Finanzinvestoren auf sich gezogen."

IK (ehemals IndustriKapital) hat mit dem Verkauf seinen Eigenkapitaleinsatz innerhalb von knapp vier Jahren verdoppelt, die jährliche Rendite liegt bei rund 20 Prozent. Erst vor einer Woche hatte IK den Feuerlöscher-Hersteller Minimax verkauft. Der Investor war 2010 für 320 Millionen Euro bei GHD eingestiegen und hatte seither weiteres Geld in Übernahmen gesteckt. Vor allem das Onkologie-Geschäft - die Aufbereitung individueller Chemotherapie-Substanzen - wurde unter der IK-Ägide ausgebaut. Hier sieht Dinsel auch das größte Potenzial: „Der nächste Investor kann auf mehr als eine Milliarde Umsatz kommen, wenn er die Konsolidierung vorantreibt."

GHD erwirtschaftete 2013 mit 1700 Mitarbeitern 2013 einen Umsatz von 485 Millionen Euro. Die operative Rendite lag laut Branchenkreisen zuletzt bei mehr als elf Prozent. Angestammtes Geschäft von GHD ist die Begleitung und Therapie von Kranken und Reha-Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Helfer und Krankenschwestern versorgen die Kunden dabei mit Sanitäts- und Medizinprodukten.

Firmengründer Andreas Rudolph hatte die Mehrheit 2007 an die britische Barclays Private Equity (heute Equistone) verkauft, ist aber weiter an dem Unternehmen beteiligt. Zuletzt hatte er seine Beteiligung auf gut 20 Prozent abschmelzen lassen. Rudolph hatte kürzlich Schlagzeilen gemacht, als er sein Engagement als Mäzen beim Hamburger Handball-Bundesligisten HSV beendete. Er hatte den HSV seit der Gründung finanziert. Dem Verein, dessen Hauptsponsor GHD war, wurde daraufhin die Lizenz entzogen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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