Gesundheitskonzern
Rhön-Übernahme treibt Umsatz von Fresenius in die Höhe

Das hat sich gelohnt: Durch die Übernahme von Krankenhäusern des Rivalen Rhön-Klinikum konnte Fresenius den Umsatz um sieben Prozent steigern. Nur der Gewinn zeigt sich noch unbeeindruckt von dem Deal.
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FrankfurtStaatlich verordnete Preissenkungen in den USA und China haben den Gesundheitskonzern Fresenius Anfang 2014 ausgebremst. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) ging im ersten Quartal um acht Prozent auf 643 Millionen Euro zurück und fiel damit deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Zudem drückt der stärkere Euro aufs Ergebnis, weil die Gewinne von Fresenius in den USA und einigen Schwellenländern dadurch in Euro geringer ausfallen. Fresenius-Aktien verloren am Dienstag vorbörslich 2,9 Prozent und waren damit größter Verlierer im Dax.

Konzernchef Ulf Schneider bekräftigte trotz des Gegenwinds die ausgegebenen Ziele. "Wir sind nach dem erwartet verhaltenen Auftakt des Geschäftsjahres auf gutem Weg, unsere Wachstumsziele für 2014 zu erreichen." Im laufenden Jahr soll der bereinigte Gewinn währungsbereinigt um zwei bis fünf Prozent steigen, der Umsatz um 12 bis 15 Prozent.

Im ersten Quartal kletterten die Erlöse auf 5,2 Milliarden Euro, was vor allem auf die Übernahme von zahlreichen Krankenhäusern des Konkurrenten Rhön zurückzuführen ist. Fresenius hat den rund drei Milliarden Euro schweren Zukauf im Februar weitgehend abgeschlossen und ist damit zum mit Abstand größten Klinikbetreiber in Deutschland aufgestiegen. Der Schuldenberg des Konzerns, der mittlerweile mehr als 200.000 Mitarbeiter beschäftigt, kletterte in der Folge auf rund 13 Milliarden Euro.

Die Integration der Rhön-Krankenhäuser laufe wie geplant, sagte Fresenius-Chef Schneider. Derzeit werfen die neu erworbenen Häuser allerdings weniger Gewinn ab als die bisherigen Kliniken von Fresenius. Die operative Gewinnmargen (Ebit-Marge) der Krankenhaus-Tochter Helios sank Anfang 2014 deshalb um einen Prozentpunkt auf 9,3 Prozent.

Gegenwind in den USA für FMC

Deutlich stärker ist der Gegenwind für die Dialysetochter FMC, der ebenfalls Kürzungen im US-Gesundheitssystem zu schaffen machen. Ihr Gewinn fiel im ersten Quartal um neun Prozent auf 205 Millionen Dollar. FMC-Papiere verloren vorbörslich 1,9 Prozent. Amerika bezahlt seit April 2013 zwei Prozent weniger für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten, die den Großteil der FMC-Kundschaft ausmachen. In den kommenden Jahren wollen die US-Behörden die Erstattung weiter drücken. FMC-Chef Rice Powell hat deshalb ein mehrjähriges Sparprogramm eingeleitet, mit dem er die Kosten 2014 um bis zu 60 Millionen Dollar drücken will.

Deutliche Bremsspuren gab es auch bei der auf intravenöse Nachahmermedikamente spezialisierten Tochter Kabi, die in den vergangenen Jahr der größte Gewinntreiber des Konzerns war. Ihr Betriebsgewinn ging im ersten Quartal um 15 Prozent zurück, unter anderem wegen staatlich verordneter Preissenkungen in China.

Außerdem bekommt Kabi den rückläufigen Einsatz des Blutplasma-Ersatzstoffs HES zu spüren. Dieses Mittel, das bei Patienten mit hohem Blutverlust den Kreislauf stabilisieren soll, wird nach einer Entscheidung der Arzneimittelbehörden im Herbst 2013 seltener eingesetzt. Zuvor hatte eine Studie vor Risiken bei einem zu breiten Einsatz von HES-Produkten gewarnt. Auch die Umstellung des Vertriebs in Russland, wo Kabi ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partner CJSC Binnopharm aufbaut, drückte auf den Gewinn.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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