Gesundheitsmarkt
Die Werbetricks der falschen Kliniken

Das Geschäft mit Schönheit und Gesundheit floriert – und lockt mit irreführenden Angeboten. Immer mehr Nichtmediziner werben für ärztliche Behandlungsangebote. Und Kliniken, die keine sind, bieten Schönheits-OPs an.
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FrankfurtKosmetikerinnen werben für sich als „para. med. Therapeutinnen für Hautgesundheit“. Augenoptiker betreiben eine „Praxis für Optometrie“. Und ein „Dr. med Therapiezentrum“ in Süddeutschland bietet Osteopathie und Hypnose-Therapie an. Das sind einige Beispiele von Fällen, die die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs im ersten Halbjahr dieses Jahres als Beschwerden auf den Tisch bekam.

In punkto Irreführung der Verbraucher hatte die Zentrale im Gesundheitsbereich Einiges zu tun – unter anderem auch mit Kliniken, die keine sind. „Praxis ist out – Klinik ist in, vor allem wenn man sie mit C schreibt“, sagt Rechtsanwältin Christiane Köber, die als Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale in Bad Homburg auf den Gesundheitsbereich spezialisiert ist.

Gleich in fünf Fällen sind Unterlassungsklagen gegen schönheitschirurgisch tätige Ärzte bei den Gerichten anhängig: Sie haben für ihre Leistungen mit dem Begriff „Klinik“ geworben, betreiben aber de facto eine Praxis. „Für den Betrieb einer Klinik braucht man eine Konzession, für die zahlreiche Voraussetzungen etwa hinsichtlich der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Patienten erfüllt werden müssen", sagt Rechtsanwältin Köber. Zudem sei die Bezeichnung auch für den Verbraucher irreführend. Der verbinde mit einer Klinik in der Regel auch die Möglichkeit eines stationären Aufenthalts.

Auf die medizinische Qualität der Kliniken und Praxen lässt eine Klage der Wettbewerbszentrale keine Rückschlüsse zu. Der Institution geht es allein darum, ob die Einrichtungen mit irreführenden geschäftlichen Handlungen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen.  

Das Thema Schönheitsoperationen sorgt immer wieder für Beanstandungen der Wettbewerbszentrale. Denn Werbung für solche Eingriffe unterliegt strengen Voraussetzungen. Mit „Vorher-Nachher“-Fotos zu werben ist bei plastisch-chirurgischen Operationen per se gesetzlich verboten. Auch die Verlosung von Schönheits-OPs verstößt gegen das Heilmittelwerbegesetz.

Dennoch tauchen solche Fälle Jahr für Jahr wieder auf: Im Februar etwa hat die Wettbewerbszentrale die Verlosung einer Schönheitsoperation durch Radio RTL Berlin untersagen lassen. Im Monat davor hatte ein bayerischer Radiosender die Verlosung von Brust-OPs eingestellt, nachdem die Zentrale die Aktion bestandet hatte.

Die Wettbewerbszentrale ist eine unabhängige Institution der deutschen Wirtschaft, die die Aufgabe hat, für einen fairen und lauteren Wettbewerb zu sorgen. Getragen wird der Verein von etwa 1200 Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen sowie etwa 800 Kammern und Verbänden der Wirtschaft. Die Mitgliedschaft schützt allerdings nicht davor, dass die Wettbewerbszentrale im Falle eines Fehlverhaltens nicht aktiv wird, betont Köber.  

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