Gewerkschaft: GDL droht der Deutschen Bahn

Gewerkschaft
GDL droht der Deutschen Bahn

Weitere Gesprächstermine nur unter Vorbehalt – die GDL macht erneut Druck auf die Deutsche Bahn. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, er wolle den bisherigen Flächentarifvertrag für Lokführer „aufweichen“.
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FrankfurtIm Tarifstreit mit der Deutschen Bahn verlangt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erneut Bewegung von dem Konzern. Es müsse sichergestellt werden, dass es in den Gesprächen um einen Flächentarifvertrag gehe und nicht um Haustarifverträge, erklärte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Dienstag in Frankfurt am Main. Die Deutsche Bahn (DB) wolle den bisherigen Flächentarifvertrag für Lokführer „aufweichen“ und lehne eine Ausdehnung auf das gesamte Zugpersonal ab. Genau diese Ausdehnung will aber die GDL.

Bereits in der nächsten Gesprächsrunde am 28. Januar müsse die Struktur der Tarifverträge „abschließend geklärt werden“ verlangte Weselsky. Die am Montag vereinbarten weiteren Gespräche im Februar würden nur stattfinden, „wenn die DB und ihr Arbeitgeberverband nicht mehr versuchen, sich aus der Verantwortung zu stehlen und den Flächentarifvertrag statt auszubauen aushöhlen wollen“.

Vertreter der Bahn und der GDL hatten am Montag mehrere Stunden lang verhandelt. DB-Personalvorstand Ulrich Weber erklärte anschließend, es sei um „Strukturfragen“ und „erste inhaltliche Themen“ gegangen. Der nun vorliegende Terminplan für weitere Verhandlungen zeige, „dass wir uns jetzt vorgenommen haben, die Themen abzuarbeiten“. „Mit einem bisschen guten Willen auf beiden Seiten sollte es gelingen, zu guten Ergebnissen zu kommen“, gab sich Weber zuversichtlich.

Die Bahn verhandelt im Tarifstreit derzeit getrennt mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Der Konzern hatte sich dazu bereit erklärt, nachdem die drei Seiten keinen Weg für gemeinsame Verhandlungen finden konnten.

Hintergrund war ein Machtkampf der Gewerkschaften, die teils dieselben Berufsgruppen vertreten und für alle ihre Mitglieder einen Abschluss anstreben. Zuvor war die GDL nur für die Lokführer zuständig; in ihr sind aber zum Beispiel auch Zugbegleiter und Disponenten organisiert. Für diese galt bisher der Tarifvertrag der EVG, die nun auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern verhandelt. Trotz der getrennten Verhandlungen will die Bahn in den Tarifgesprächen identische Regelungen für die gleichen Berufsgruppen erreichen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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