Gewinnsteigerung
Sixt vermietet mehr im Ausland

Sixt hatte tiefgestapelt und nur auf ein leichtes Wachstum gehofft: Doch Deutschlands größter Autovermieter hat deutlich mehr Gewinn eingefahren, als viele erwartet hatten. Der Vorstand will nun die Dividende erhöhen.
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MünchenDer Autovermieter Sixt sieht seine größten Wachstumschancen in den USA und wirft deshalb sein Ziel der Marktführerschaft in Europa über den Haufen. „Das ist kein Wert an sich, Nummer 1 zu sein“, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Montag in München mit Blick auf den deutlichen Abstand zum Branchenprimus Europcar. Ursprünglich wollte Sixt die Konkurrenz bis 2015 überrunden. Weil Europcar und Avis aber für Europa „desaströse Zahlen“ auswiesen und sich keine passenden Zukäufe auftreiben ließen, verlegten sich die Bayern nach und nach darauf, lieber am profitabelsten zu sein. Zudem will Sixt sein brummendes Geschäft in den USA, dem größten Vermietmarkt der Welt, kräftig ausbauen. Auch Europa laufe gut, betonte Sixt.

2013 schnellte der Gewinn vor Steuern um 15,6 Prozent auf 137,1 Millionen Euro nach oben - mehr als von Branchenexperten erwartet. Während im Kernmarkt Deutschland die Vermieterlöse nur leicht zulegten, fielen die Wachstumsraten in Frankreich, Spanien und den USA zweistellig aus. Zugute kamen Sixt die aggressive Werbung, das Geschäft mit Mietwagen für Touristen und auch die Nachfrage nach Oberklasse-Autos. So ließen sich Verluste für den Aufbau in den Vereinigten Staaten und bei der mit BMW betriebenen Carsharing-Firma DriveNow wegstecken.

„Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Sixt und kündigte für 2014 einen „leichten Umsatzzuwachs und ebenfalls leichtes Ergebniswachstum“ an. Konkreter könne er nicht werden. Gebe es „irgendeine Krise“, ändere sich das Reiseverhalten und damit die Nachfrage nach Mietwagen sofort. Für Unsicherheit sorge die Situation in der Ukraine, auch wenn Sixt in Russland nur über Franchise-Nehmer aktiv sei. „Wir würden in Russland niemals Geld investieren.“ In China habe es das Unternehmen nach mehreren erfolglosen Versuchen inzwischen aufgegeben, ein Autovermiet-Geschäft zu betreiben. „Das ist ein chaotischer Markt mit wilden Autovermietern mit sinnlos niedrigen Preisen.“

In den USA, wo Sixt derzeit 26 Stationen betreibt, seien 1000 Filialen vorstellbar, sagte der Vorstandschef. Punkten könne der Konzern vor allem in Regionen, die für Touristen oder Reiche attraktiv seien, etwa Hawaii oder Kalifornien. Dort seien die von Sixt angebotenen Oberklasse-Autos der Marken Mercedes, BMW oder Cadillac besonders gefragt - und werfen zudem mehr Umsatz pro Tag ab. Verhandlungen mit möglichen weiteren Franchise-Nehmern liefen. „Das wird uns viele Jahre Wachstum bescheren.“ Dass 2014 dort doch kein Gewinn eingefahren werde, hält er deshalb für verschmerzbar.

Für 2013 will Sixt den Aktionären mehr Dividende zahlen: samt Bonus 1,00 Euro je Stammaktie und 1,02 Euro je Vorzugsaktie. Von der Anhebung profitiert vor allem Erich Sixt - er hält gut 60 Prozent der Stammaktien. Verkaufsabsichten habe er keine, betonte der Vorstandschef. Ob sein 2016 auslaufender Vertrag verlängert wird, blieb offen. Sixt, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, sagte nur: „Ich bin fit.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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