Handelsabwickler
Londoner Börse übernimmt LCH mit Rabatt

Die Londoner Börse kauft 55,5 Prozent des Clearinghauses LCH zu einem niedrigeren Preis. Langwierige Verhandlungen waren vorausgegangen. Clearinghäuser wie die LCH werden für das Finanzsystem immer wichtiger.
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LondonDie Londoner Börse hat sich nach langwierigen Verhandlungen mit LCH.Clearnet auf einen niedrigeren Übernahmepreis für den größten unabhängigen Handelsabwickler geeinigt. Die LSE biete nun 328 Millionen Euro in bar, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Ziel sei es, damit weitere Anteil von bis zu 55,5 Prozent an der LCH zu übernehmen. Bisher hält der britische Börsenbetreiber lediglich 2,3 Prozent.

Abwicklungshäuser wie LCH.Clearnet oder die Deutsche-Börse -Tochter Eurex Clearing stellen sich beim Börsenhandel zwischen Käufer und Verkäufer und übernehmen dabei auch das Risiko, falls einer der Handelspartner ausfällt.

Clearinghäuser werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen, da ein Teil der bisher außerbörslich gehandelten Derivate (OTC) ab Ende 2013 über sie abgewickelt werden soll. Abwicklungshäuser werden für das Finanzsystem damit immer wichtiger - und müssen sich auf Druck der Aufseher dickere Eigenkapitalpolster zulegen. Die LCH muss deshalb rund 330 Millionen Euro zusätzliches Kapital aufnehmen. Die LSE hat Unterstützung in Höhe von weiteren 185 Millionen Euro an frischen Investitionen zugesagt.

Die Londoner Börse hatte im April angekündigt, den Kaufpreis für die LCH wegen der höheren Kapitalanforderungen neu verhandeln zu wollen. Nun erhalten LCH-Investoren 15 Euro je Anteilsschein und damit vier Euro weniger als ursprünglich vereinbart. Insgesamt wird LCH.Clearnet damit mit rund 630 Millionen Euro bewertet. Zu den LCH-Eignern gehört auch die US-Börse Nasdaq, die ihren Anteil im Zuge der Kapitalerhöhung auf fünf Prozent ausbauen will.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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