Hapag-Lloyd-Chef
Behrendt geht nach stürmischer Reise von Bord

Nach zwölf Jahren verabschiedet sich Michael Behrendt als Chef der Containerreederei Hapag-Lloyd. Hamburg hat dem Manager in puncto Schifffahrt viel zu verdanken – er wollte nicht der Letzte sein, der das Licht ausmacht.
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HamburgAm Mittwoch (25.6.) hat Michael Behrendt seinen letzten großen Auftritt als Vorstandsvorsitzender der Containerreederei Hapag-Lloyd. Wenige Tage nach seinem 63. Geburtstag werden zu seinem Abschiedsempfang in der Konzernzentrale an der Binnenalster alle kommen, die in Hamburg Rang und Namen haben. Aus Wirtschaft, Politik und Kultur, um Anerkennung und Dank auszusprechen. Denn ohne Behrendt gäbe es den Konzern in Hamburg vermutlich nicht mehr. Und der Hafen, der gesamte maritime Standort, stünde um einiges schlechter da.

Der Jurist übernahm Anfang 2002 den Chefsessel bei Hapag-Lloyd, als die Schifffahrt noch mit üppigen Gewinnen und hohen Wachstumsraten verwöhnt war. Zuvor hatte er eine Karriere unter den Fittichen von Michael Frenzel gemacht, dem damaligen Chef des Preussag-Konzerns. Preussag hatte bei der Reederei das Sagen – nicht aus Interesse an der Containerschifffahrt, sondern wegen einer Tui-Beteiligung von Hapag-Lloyd und anderer touristischer Aktiva. Nachdem diese Bestandteile von Hapag-Lloyd zur Preussag gewandert waren und diese sich in Tui umbenannt hatte, wollte Frenzel die Containerschifffahrt gern wieder loswerden. Die Tui sollte ein Tourismuskonzern sein.

In dieser Situation gelang es Behrendt 2005, von der Muttergesellschaft 1,7 Milliarden Euro loszueisen, um die kanadische Reederei CP Ships zu kaufen. Damit katapultierte sich Hapag-Lloyd von Platz 13 oder 14 in der Rangliste der Containerreedereien auf Platz fünf. Damals stand die Branche, anders als heute, noch nicht unter Konsolidierungsdruck.

Die Übernahme brachte Hapag-Lloyd einen wichtigen Schritt voran. „Ob sie 100, 200 oder 250 Schiffe haben – das können Sie annähernd mit derselben Organisation abwickeln“, sagte er vor kurzem der „Welt am Sonntag“. „Deswegen ist heute Größe mehr denn je ein wichtiges Kriterium in der Schifffahrt.“

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