Hapag-Lloyd und Møller-Mærsk

US-Justiz ermittelt gegen Containerriesen

US-Ermittler haben mehrere Manager von Container-Reedereien vorgeladen. Sie werden der Preisabsprachen verdächtigt. Im Visier steht auch Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd. Die Aktienkurse stürzten ab.
Update: 22.03.2017 - 11:16 Uhr Kommentieren
Das US-Justizministerium verdächtigt mehrere Manager von Container-Reedereien, Preise abgesprochen zu haben. Auch Hapag-Lloyd steht unter Verdacht. Quelle: dpa
Hapag-Lloyd

Das US-Justizministerium verdächtigt mehrere Manager von Container-Reedereien, Preise abgesprochen zu haben. Auch Hapag-Lloyd steht unter Verdacht.

(Foto: dpa)

BangaloreDie deutsche Hapag-Lloyd und andere führende Reedereien sollen US-Kartellwächtern im Rahmen einer Untersuchung wegen des Verdachts von Preisabsprachen Rede und Antwort stehen. Entsprechende Schreiben von Ermittlern des amerikanischen Justizministeriums seien bei mehreren Unternehmen eingegangen, bestätigten Branchenvertreter am Mittwoch. Neben Hapag-Lloyd erhielten auch der dänische Weltmarktführer A.P. Möller-Maersk sowie die Hongkonger Orient Overseas Container Line (OOCL) Schreiben der US-Behörden. Die Reedereien betonten, mit den Behörden zu kooperieren. Ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI bestätigte eine Untersuchung, zu Details wollte er sich ebenso wenig äußern wie das Justizministerium.

Die Schreiben seien während eines Treffens der 20 wichtigsten Reedereien in San Francisco zugestellt worden, hieß es weiter. Im US-Justizministerium waren bereits in der Vergangenheit Bedenken laut geworden, die Reeder könnten gegen Wettbewerbsregeln verstoßen. Bündnisse sind in der Branche üblich, in der Vergangenheit gab es etwa in der Europäischen Union auch Ausnahmen vom Wettbewerbsrecht. Mehrere Unternehmen streben nun zwei neue Allianzen an, in denen sie kooperieren wollen, um ihre Kosten zu drücken. Die neuen Bündnisse würden Branchenvertretern zufolge rund 45 Prozent der weltweiten Kapazitäten in der Container-Seefracht abdecken. Kritiker führen an, solche Bündnisse könnten steigende Preise mit sich bringen.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Die Branche litt lange Zeit unter Überkapazitäten und einem rasanten Verfall der Frachtraten. Der Trend hatte sich aber zuletzt nach der Pleite der südkoreanischen Container-Reederei Hanjin gedreht. Zudem steuern die Reeder mit Fusionen gegen. Unter anderem will sich Maersk mit der Oetker-Tochter Hamburg Süd zusammentun, Hapag-Lloyd mit dem arabischen Rivalen UASC fusionieren. Die Wettbewerbshüter hätten die Pläne bereits genehmigt, bekräftigte Hapag-Lloyd. Die Anleger reagierten indes beunruhigt auf die US-Untersuchungen. Hapag-Lloyd-Aktien fielen um mehr als sieben Prozent auf ein Drei-Wochentief. Auch Maersk-Aktien gaben nach.

  • rtr
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