Helios
Fresenius-Tochter künftig ohne Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat

Im Aufsichtsrat der Fresenius-Tochter Helios wird zukünftig kein Vertreter der Arbeitnehmer mehr sitzen – die Justiz gab grünes Licht für den Schritt. Die Gewerkschaft Verdi ist empört.

FrankfurtDer zu Fresenius gehörende Klinikkonzern Helios wird ab sofort keine Arbeitnehmervertreter mehr im Aufsichtsrat haben. Das Kammergericht Berlin (Oberlandesgericht) gab jetzt Helios recht, als Teilkonzern des Dax-Unternehmens Fresenius die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat abschaffen zu können. Das ist gesetzlich erlaubt, wenn im Mutterkonzern die Mitbestimmungsstrukturen vorhanden sind. Das ist bei Fresenius der Fall.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bedauerte am heutigen Mittwoch die Entscheidung des Gerichts: „Das ist ein Rückschlag für alle Beschäftigten“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Mittwoch. „Wir fordern die Konzernleitung auf, die Beschäftigten nicht nur in Hochglanzbroschüren, sondern im realen Alltag ernst zu nehmen und sich auch der Auseinandersetzung mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Aufsichtsrat zu stellen. Flucht aus der Mitbestimmung ist keine Zukunftsstrategie“, sagte Bühler.

Helios ist nach der Übernahme eines Großteils der Rhön-Kliniken zum größten privaten Klinikkonzerns Europas aufgestiegen und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Verdi kritisierte zudem, dass ein weiteres Element der Transparenz über das Geschehen in Europas größtem Krankenhauskonzern verloren gehe. Bereits seit zwei Jahren habe Helios die Veröffentlichung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung eingestellt, so Verdi.

Ein Sprecher des Fresenius-Konzerns verwies darauf, dann man sich an die gesetzlichen Regelungen halte und die Mitbestimmung der Helios-Arbeitnehmer im Aufsichtsrat von Fresenius gewährleistet sei. Auch der zu Fresenius gehörende Dax-Konzern Fresenius Medical Care hat keine Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat.

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