Hochtief
Baukonzern will auf Wachstum schalten

Hochtief hat zum Jahresanfang seinen operativen Gewinn um 19 Prozent gesteigert. Auch der gute Auftragseingang bereitet dem größten deutschen Baukonzern Freude. Im laufenden Jahr will das Unternehmen weiter zulegen.

DüsseldorfDeutschlands größter Baukonzern Hochtief will nach den umfangreichen Aufräumarbeiten der Vergangenheit verstärkt auf Wachstum schalten. „Unsere finanzielle Stärke versetzt uns in die Lage, Kapital effizienter einzusetzen und weitere Wachstumsmöglichkeiten auszuloten“, sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Essen. Hochtief schaue sich nach Übernahmezielen um, die jüngsten Zukäufe der australischen Tochter Cimic seien Ausdruck dieser Strategie.

Der spanische Manager hat bei Hochtief aufgeräumt und fährt nun die Früchte des Umbaus ein: Im ersten Quartal stieg der Gewinn deutlich. Aktionärsvertreter gratulierten ihm zu seinem Kurs: Hochtief stehe besser da als der frühere Konkurrent Bilfinger, sagten sie. „In den vergangenen Jahren haben wir die Gruppe deutlich verändert“, sagte Fernandez Verdes: „Nun sehen wir immer mehr, dass sich diese Transformation auszahlt.“

Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Hochtief-Chef hatte dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet und Beteiligungen wie Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die australische Tochter John Holland verkauft. Er trimmt Hochtief auf Profit uns setzt voll auf das klassische Baugeschäft – anders als der kriselnde Bilfinger-Konzern, der sich vor allem auf Dienstleistungen konzentriert und mit einem Verlust ins Jahr gestartet ist. Hochtief hatte im Quartal den bereinigten operativen Gewinn um 19 Prozent auf 72 Millionen Euro gesteigert, der Auftragseingang kletterte um 31 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Für 2015 sollen die Aktionäre eine auf zwei Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten.

„Hochtief liefert eine tolle Performance – gerade im Kontrast zu Bilfinger“, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Hochtief sei ein Unternehmen, „auf das man stolz sein kann“.

ACS stärkt seinen Griff um Hochtief und Cimic seit Jahren. Hochtief hat derzeit rund 7,3 Prozent seiner Aktien in Besitz, werden diese eingezogen, steigt der Einfluss von ACS weiter. Bei der Hauptversammlung sollen zudem Vorratsbeschlüsse für einen weiteren Aktienrückkauf gefällt werden. Die Spanier kontrollieren knapp 67 Prozent der Hochtief-Anteilsscheine.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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