Hochtief-Chef Verdes „Wir können die Aktionäre belohnen und um Abertis bieten“

Hochtief-Chef Verdes will nicht über die milliardenschwere Abertis-Übernahme sprechen. Auf der Pressekonferenz blieb ihm nichts anderes übrig.
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Gute Tage für den Hochtief-Chef: Der Essener Baukonzern macht mehr Gewinn. Quelle: dpa
Marcelino Fernández Verdes

Gute Tage für den Hochtief-Chef: Der Essener Baukonzern macht mehr Gewinn.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEr lacht, aber seine Worte klingen anders: Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes will nicht über die anstehende Bieterschlacht um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis reden. „Für uns ist es wichtig, Wert zu schaffen, auch mit diesem Angebot der Übernahme. Wir befinden uns in einem Prozess und es hat viel Spekulationen gegeben. Über die spekulative Schritte möchte ich nicht sprechen.“

Doch die Journalisten bei der Bilanzpressekonferenz lassen nicht locker. Und so muss er sich mehrfach wiederholen: „Bitte verstehen Sie, dass ich heute die Zahlen 2017 besprechen will.“

Und die sehen tatsächlich sehr gut aus: Das Essener Unternehmen, das er seit Ende 2012 anführt, hat im vergangenen Jahr kräftig Gewinn gemacht – und zwar 25 Prozent. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn ist im Geschäftsjahr 2017 dank Zuwächsen in Amerika, Australien und Europa und Einsparungen um 25 Prozent auf 452 Millionen Euro gestiegen.

Und so kann Verdes viele Highlight-Projekte nennen, die das Unternehmen gebaut hat oder noch baut, wie beispielsweise in Amsterdam. Verdes beschreibt auch, dass die Auftragslage besonders gut sei. Zum Beispiel beim Amerika-Geschäft: Da stieg der Auftragseingang um zehn Prozent, auf 17,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand stieg um 13 Prozent.

Insgesamt verdiente der Konzern 2017 420,7 Millionen Euro. Die Aktionäre, darunter die spanische Muttergesellschaft ACS, sollen eine Dividende von 3,38 Euro je Aktie erhalten. Für 2016 hatte Hochtief 2,60 Euro je Anteilsschein gezahlt. Verdes nennt das einen „starken Geschäftsbericht“. Weil die Finanzlage des Unternehmens so gut sei, habe die Ratingagentur Standard & Poors Hochtief mit „BBB“ bewertet, so Verdes. Etwas pathetisch sagt Verdes: „Es liegt uns im Blut, Werte zu schaffen.“

Dann kommt er auf die Bedeutung von ÖPP Projekten – öffentlich private Partnerschaften – zu sprechen. Im vergangenen Jahr hat Hochtief beispielsweise ein ÖPP-Projekt des Los Angels Flughafens im Bauvolumen von zwei Milliarden US Dollar gewonnen, dass Hochtief plant, baut und danach 25 Jahre lang betreiben wird. 40 ÖPP-Projekte gibt es von Hochtief weltweit. Das ist dann doch die perfekte Überleitung zur möglichen Übernahme von Abertis.

Auf Nachfrage erklärt Verdes noch einmal, warum die Übernahme auch für Hochtief Sinn macht: Abertis als Autobahnbetreiber sei im Hinblick auf den wachsenden Bereich der ÖPP-Projekte eine sinnvolle Ergänzung für Hochtief, weil Abertis die Wertschöpfungskette erweitere. Bei ÖPP-Projekten geht es darum, Straßen, Schulen oder Bahnstrecken nicht nur zu planen und zu bauen, sondern auch zu betreiben.

Das Unternehmen Hochtief, das zu mehr als 70 Prozent der spanische Mutter ACS gehört, ist für diese in einen Bieterwettstreit mit dem italienischen Unternehmen Atlantia getreten ist. Hinter Atlantia steht die italienische Benetton-Familie. Hochtief hat bisher mehr als 17 Milliarden Euro geboten.

Ob Hochtief denn genug Geld habe, um sich eine Milliardenschlacht zu leisten, wird Verdes gefragt. Auch darauf will er sich nicht äußern. Er sagt so viel: „Wir können die Aktionäre belohnen und um Abertis bieten. Das macht die gute Finanzlage möglich.“

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