Hotel „Imperial“ Eine Wiener Legende wird arabisch

Filmstars und das Kaiserhaus feierten hier einst, noch heute ist das „Imperial“ eine Wiener Institution. Einem arabischen Unternehmer gefiel es in der Luxusherberge so gut, dass er das Haus gleich kaufte.
Auch Adolf Hitler logierte bei seinen Wien-Besuchen hier. Quelle: Imago
Hotel „Imperial“

Auch Adolf Hitler logierte bei seinen Wien-Besuchen hier.

(Foto: Imago)

WienSeine Anziehungskraft für die Reichen, Mächtigen und Schönen hat das Hotel „Imperial“ an der berühmten Wiener Ringstraße seit seiner Eröffnung nie verloren. Heutzutage frühstückt hier gerne die Formel-1-Legende Niki Lauda mit einem Schnittlauchbrot. Die Räume beherbergten zuletzt die Syrien-Friedensgespräche. US-Außenminister John Kerry hat das ehrwürdige Haus ohnehin seit langem ins Herz geschlossen.

Bislang war das „Imperial“ fest in amerikanischer Hand. Das ist nun passé. Der US-Hotelkonzern Starwood Hotels & Resorts verkauft das Fünf-Sterne-Hotel an den in Dubai ansässigen Familienkonzern Al Habtoor Group für 78,8 Millionen US-Dollar. Das elegante Hotel, einst Lieblingsdomizil von Adolf Hitler, soll nun behutsam renoviert werden, teilte der neue Eigentümer mit. „Das Hotel ist wie ein königlicher Palast in der schönsten Stadt der Welt", sagte Chairman Chalaf Ahmad al-Habtur der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Er habe sich bei seinen Besuchen in der Stadt in das Traditionshaus verliebt.

Das Geschäft mit dem Luxus ist in der österreichischen Hauptstadt beinhart. Denn in den vergangenen Jahren sind immer mehr Fünf-Sterne-Hotels entstanden. Erst im vergangenen Jahr eröffnete schräg gegenüber vom „Imperial“ die hippe Herberge „Grand Ferdinand“, die sich im Besitz einer Grazer Hoteliersfamilie befindet.

Die Investoren in Hotelgewerbe setzen auf weiter steigende Übernachtungsgäste. Die Zahlen sind ermutigend. Die österreichische Hauptstadt schaffte den sechsten Nächtigungsrekord in Folge. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf die Rekordzahl von 14,3 Millionen. Das Problem ist: Die Bettenauslastung liegt nur bei 57 Prozent durch das wachsende Überangebot von Zimmern.

Das spürt insbesondere das Luxussegment. Dort ist der Preisdruck besonders groß. „Von Preisen wie in London oder Paris sind wir in Wien weit entfernt“, sagte der Direktor eines örtlichen Fünf-Sterne-Hotels. Deshalb sind hohe Renditeerwartung fehl am Platz. „Ich erwarte nicht, dass es mich reich machen wird“, sagte der neue Besitzer vom Golf bereits präventiv.

Das sind die größten Hotelketten der Welt
Platz 10: Best Western (USA)
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Die Best-Western-Hotelgruppe wurde 1946 vom Hotelier Merril K. Guertin gegründet. Am Anfang bestand die Kooperation aus 67 eigenständigen Hotels. Mittlerweile ist die Zahl der Häuser auf fast 4000 gestiegen. Neben Hotels betreibt Best Western in den USA auch Motels.

Zimmer: 302.144

Platz 9: BTG Hotels + Home Inns (China)
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Nach der Zusammenlegung mit der einst im Nasdaq notierten Home Inns Group, einee der größten Hotelketten in China, schafft es die Beijing Tourism Group mit Leichtigkeit in die Top 10.

Zimmer: 350.000

Platz 8: Starwood Hotels & Resorts (USA)
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Die berühmteste Hotelmarke der Starwood-Hotelgruppe ist zweifelslos Sheraton. Daneben gehören weitere neun Marken zur amerikanischen Hotelgruppe. Insgesamt beschäftigt der Konzern über 180.000 Mitarbeiter. Gegründet wurde das Unternehmen 1930.

Zimmer: 369.967

Platz 7: Jin Jiang (China)
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Die Jinjiang-International-Hotelgruppe ist ein chinesisches Staatsunternehmen – und eines der größten in der chinesischen Touristikbranche. Zu den bekanntesten Hotel-Marken gehören das Plateno, 7 Days Inn und Golden Tulip.
Zimmer: 475.000

Platz 6: Choice Hotels International (USA)
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1939 gegründet gehört die Choice-Hotelgruppe vom Umsatz her zu den kleineren Hotelketten innerhalb der Top 10. Gemessen an den Hotelzimmern jedoch ist das Unternehmen die sechstgrößte Hotelgruppe der Welt. Zur Gruppe gehören Marken wie Clarion oder Comfort Inn.
Zimmer: 504.808

Platz 5: Accor + FRHI (Frankreich)
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Die Accor-Hotelgruppe ist die größte Gruppe auf dem europäischen Festland. Der französische Konzern, zu dessen Marken nach der Übernahme von FRHI Hotels & Resorts neben Mercure und Ibis nun auch Fairmont und Swissôtel gehören, bietet insgesamt über eine halbe Million Hotelzimmer an. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 knapp 5,5 Milliarden Euro.
Zimmer: 567.517

Platz 4: Wyndham Hotel Group (USA)
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1974 gegründet entwickelte sich die Wyndham-Hotelgruppe zu einer der größten Hotelketten der Welt. Die 32.500 Mitarbeiter generieren einen Umsatz von über vier Milliarden Dollar. Zu den bekannteste Marken des Konzerns zählen Ramada, Tryp oder Days Inn.
Zimmer: 671.900

Das „Imperial“ hat noch mit besonderen Problemen zu kämpfen. Das erst 2014 fertig renovierte Café hat seine einstige Atmosphäre verloren. Das früher gut frequentierte Kaffeehaus, in der noch immer die berühmte Imperial-Torte aus Marzipan und Milchschokolade serviert wird, ist heutzutage nur selten gut besetzt. Als Treffpunkt der Wiener Geschäftswelt hat es an Bedeutung eingebüßt.

Es ist daher wenig überraschend, dass der neue Eigentümer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine vorsichtigen Rückbau betrieben will, um so das verloren gegangene Ambiente wieder herzustellen. Alle der 138 Zimmer und Suiten sollen in den nächsten vier Jahren auf den neuesten Stand gebracht werden. Als Betreiber fungiert weiter die amerikanische Hotelkette Starwood.

Womöglich wird der Familienkonzern Al Habtoor weitere Investments in Wien tätigen. In Visier der Araber sind Hotels und Gewerbeimmobilien in der Donaumetropole. „Wir haben die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate vor dem Hotel gehisst, auch das ist ein Zeichen, dass ich die Menschen aus meinem Land einlade, Österreich zu besuchen“, sagte Chairman al-Habtur enthusiastisch. Sein Konzern investiert vor allem in die Bau- und Automobilbranche sowie den Bildungssektor.

In diesen Städten sind die Hotels am teuersten
Platz 12: Doha (Katar)
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Der Finanzdienstleister Bloomberg hat die Preise von Hotels in 100 Städten weltweit verglichen. Auf Platz zwölf der teuersten Hotel-Städte weltweit landet Doha. In der Hauptstadt von Katar gibt es viele Hotels – Tendenz steigend. Grund dafür sind vor allem die Menschen, die zum Arbeiten in das Land kommen. Touristen müssen für eine Nacht in einem Hotel 223 Dollar bezahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 1,3 Prozent. Reisende, die auf der Suche nach einem billigen Hotelzimmer sind, sollten diese Städte möglichst meiden. Denn es geht noch teurer...

Grundlage für die Bloomberg-Rechnungen waren die angebotenen Preise des Online-Reisebüros Expedia für den 1. bis 10. August dieses Jahres sowie den 1. bis 10. Februar 2016. Auf diese Weise sollten Ferien, Werbeaktionen und Tagungspreise berücksichtigt werden.

Quelle: bloomberg.com

Platz 11: London (Großbritannien)
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227 Dollar pro Nacht in einem Hotel – in London ist gar nichts billig. Günstige Hotels musste Großbritanniens Hauptstadt nie bieten. Seit Jahren strömen die Touristenmassen auch so nach London. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hotelpreise um 3,2 Prozent gestiegen. Verglichen wurden die Preise für ein Doppelzimmer für zwei Erwachsene, Hotelsterne wurden dabei außer Acht gelassen.

Platz 10: Hongkong (China)
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Hongkong ist eine der attraktivsten Destinationen für Städtereisen. Reisende müssen allerdings bei der Hotelsuche tiefer in die Tasche greifen: 236 Dollar kostet ein Doppelzimmer im Durchschnitt (Anstieg: 2,3 Prozent). Angetrieben werden die Preise in den Städten, in denen es einen Mangel an zur Entwicklung bereitstehendem Land gibt und die Zahl der verfügbaren Zimmer begrenzt ist.

Platz 9: Los Angeles (USA)
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Strand und Sonne, Stars und Sternchen – Los Angeles hat einiges zu bieten. Die Hotels sind im Vergleich zu anderen Metropolen der USA noch relativ günstig: 237 Dollar kostet eine Hotelübernachtung. Dennoch sind die Preise innerhalb eines Jahres um 23,8 Prozent nach oben geschossen. Bei den 5-Sterne-Hotels, die mit Spa, Sportklub oder Sportplätzen zu den luxuriösesten gehören, steht Los Angeles an zweiter Stelle. In dieser Kategorie kostet ein Zimmer 584 Dollar.

Platz 7 (1): Miami (USA)
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Einen achten Platz gibt es laut Bloomberg nicht, dafür teilen sich zwei US-amerikanische Metropolen Rang sieben: Für 240 Dollar können Miami-Urlauber ein Hotelzimmer für eine Nacht finden. Viel teurer sind die Zimmer aber nicht geworden: die Preise sind um 1,8 Prozent gestiegen.

Platz 7 (2): Chicago (USA)
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Der zweite siebte Platz geht an Chicago. Eine Hotelübernachtung kostet hier wie in Miami 240 Dollar, allerdings sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Chicago ist ein teures Pflaster und das bekommen vor allem Hotelgäste zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr müssen sie um die 63,8 Prozent mehr bezahlen.

Platz 6: Tel Aviv (Israel)
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Wer in die lebhafte Stadt in Israel reisen will, muss mehr Geld mitnehmen. Die Hotelpreise in Tel Aviv sind nämlich um 8,3 Prozent gestiegen. So kostet ein Doppelzimmer im Hotel pro Nacht 241 Dollar.

Ursprünglich wurde das „Imperial“ als Privatresidenz von Herzog Philipp von Württemberg im Stil der italienischen Neo-Renaissance errichtet. 1873 wurde das pompöse Gebäude in ein Hotel umgebaut. Es liegt in unmittelbarer Nähe zu Musikverein und der Staatsoper. Al Habtoor besitzt weltweit bereits eine Reihe von Luxusherbergen. Darunter sind das Intercontinental und das Ritz-Carlton in Budapest und das Hilton London Wembley. Zuletzt eröffnet der Konzern das St. Regis Dubai.

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