HRS, Trivago und Co.
Hoteliers jammern über Buchungs-Websites

Hoteliers klagen über Buchungsportale im Internet. Deren Marktmacht steigt und damit auch die Provisionen, die von den Webseiten eingestrichen werden. Die Hotelkette Best Western will der Entwicklung nun gegensteuern.
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DüsseldorfDeutschen Hoteliers stößt das Wachstum von HRS, Trivago und Co. übel auf. Jedes vierte Hotelzimmer wird mittlerweile über solche Internetportale gebucht, Tendenz steigend. Und die Website-Betreiber ließen die Macht „ihre ,lieben Hotelpartner' bei den zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen und Kommissionshöhen spürbar fühlen“, urteilt Markus Luthe vom Hotelverband IHA. Die Zahl der relevanten Online-Buchungsportale nehme ab und damit werde die Marktposition der wenigen Big Player immer größer.

Das stört auch den Hotelverbund Best Western mit knapp 200 Hotels in Deutschland. „Ohne Internet geht bei der Hotelbuchung heute nichts mehr“, sagt Best-Western-Deutschlandchef Markus Smola im Gespräch mit Handelsblatt Online. Den von den Portalen diktierten hohen Provisionen versucht er mit einem verstärkten Eigenvertrieb zu entgegen. „Wir müssen gegensteuern“, sagt Smola. „Wir bauen den Verkauf über eigene Kanäle konsequent aus, um Gäste und Bucher auf unsere eigenen Internetseiten zu holen.“

Best Western ist hierzulande die größte Hotelmarke mit inhabergeführten Häusern im Drei- und Vier-Sterne-Segment. Die Herbergen erzielten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von knapp 690 Millionen Euro, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Bei leicht steigenden Zimmerpreisen kletterte die durchschnittliche Belegung der Stadt- und Tagungshotels sowie Ferienressorts über die 70-Prozent-Marke.

Mit der Stärkung des Eigenvertriebs via Internet reagiert Smola auf den Konzentrationsprozess bei den Hotelportalen. Mit Argwohn hatte die Branche im vergangenen Jahr beobachtet, wie sich der Kölner Branchenführer HRS den Wettwerber hotel.de einverleibte. „Eine Ende des Wachstums bei den elektronischen Buchungen ist nicht abzusehen“, heißt es beim Verband IHA.

Kommentare zu " HRS, Trivago und Co.: Hoteliers jammern über Buchungs-Websites"

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  • Wenn ein Hotelier für sich die Strategie definiert, dass auf seiner Seite der günstigste Preis zu buchen ist, dann ist das das Eine. Ich bezweifle allerdings, dass das in der Konsequenz zu Ende gedacht wird. Ein Blick auf die Meta-Search-Engines wie Trivago, etc.. ergibt, dass es oft noch günstigere Angebote für ein Hotel gibt.
    Was die Verurteilung der Höhe der Provisionen und der Arbeitsweise der Buchungsportale angeht, bin ich der Meinung, dass es den Hoteliers nicht zusteht, darüber zu urteilen. Wenn es doch einem Hotelier nicht passt, wie diese Portale arbeiten, dann kann er doch einfach den Vertrag kündigen und muss da überhaupt nicht mehr mitmachen. Wozu also die ganze Aufregung? Weil es auch hier in der Konsequenz nicht zu Ende gedacht wird. Die meisten Hotels können einfach nicht mehr ohne die Portale überleben und verstehen nicht warum. Vielen von ihnen muss man leider das Verständnis für die Onlinedistribution absprechen. Die Portale investieren heute immense Summen in IT und andere Dinge, von denen in der Hotellerie sicherlich kaum einer etwas weiß, denn wieso sonst investiert man immer gerne (wenn überhaupt) in die Renovierung der Zimmer, aber kaum etwas in die Neugestaltung einer Homepage und der IT? Ich bin der Überzeugung, wenn man da einmal richtig Geld in die Hand nimmt, könnte man sich wirklich von den Portalen lösen, bzw. deren Abhängigkeiten auch reduzieren und Best Western ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Vielen fehlt aber das Know-how und die Bereitschaft zur Investition in diesem Bereich. Somit bleibt die ganze Aktion ein Sturm im Wasserglas und mit dem Fall der Ratenparität, werden die Preise in der Deutschen Hotellerie sinken und die Vertriebskosten für die Hotels weiter steigen. Damit geht munter weiter, was heute schon von vielen Hotels praktiziert wird : es wird probiert, Nachfrage durch sinkende Preise und alle möglichen Formen von Rabatten zu generieren und wohin das führen kann, hat eine große Baumarkt-Kette demonstriert...

  • "Man mekrt, daß Sie nicht viel Ahnung von Online-Marketing haben"

    ach Gottchen, wovon ich Ahnung habe oder nicht, können Sie überhaupt nicht beurteilen.
    Aber Ihr "Argument" ist genau das was diese Machenschaften "groß" macht.
    Darüber sollten Sie mal nachdenken, bevor sie anderen "keine Ahnung" unterstellen, und selbst der Herde hinterher laufen, statt kreativ zu sein.
    Aber Kreativität muß man sich wohl als West-Berliner inzwischen auch kaufen, statt selbst zu machen.

  • Ick kenne das Zitat etwas anders und aus meiner Sicht passender:
    "Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!"

    Man mekrt, daß Sie nicht viel Ahnung von Online-Marketing haben. Eine schöne funktionale Website eines nettes Hotels im Westerwald hilft dem Hotelier nicht, wenn sie nicht über Google gefunden wird oder, der einfachere Weg er über 'Zölle' an HRS und Co. angebunden ist.

    Denn bedenke: Die Masse ist faul und dumm und sie sucht entweder
    a) über Google, wo die Buchungsportale dank fünf- bis sechstelliger monatlicher Ausgaben dafür sorgen das genügend Suchmaschinenoptimierung und Online-Branding betrieben wird um als Platzhirsche die Rankings (Suchposition 1-10 bei Tante G.) zu dominieren

    oder

    b) über HRS, Booking.com, Hotel.de weil sie die Apps geladen haben, oder von der Firma kennen oder Werbung im TV gesehen haben

    Der kleine Hotellier hat gar keine Chance in diesem Umfeld als kleiner Krauter Gäste in einem so hoch kompetiven Umfeld zu erreichen. Es sei den er diversifiziert und bringt ein Alleinstellungsmerkmal raus, welches bestimmte Benutzgruppen unbedingt haben wollen, wie angeschlossener BIO-Bauerhof und Veganerküche, FKK-Sauna und osteurop. French-Maids oder Ritterburg mit Haxenwerfen, um das obige Zitat aufzugreifen.

    Das gleiche Spielchen haben wir doch schon im Pizza-Lieferdienst, wo es quasi zu mafiösen Strukturen mitsamt unlauterer Geschäftspraktiken kommt.

    Und es wird noch spannender, wenn erst der Monopolist des Suchens in den Markt drängt:
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/a-879260.html

    Ein Beispiel für inhabergeführte Hotels in bester Lage, die aufgrund der o.g. Kriterien Pleite gehen:
    http://www.morgenpost.de/bezirke/charlottenburg-wilmersdorf/article122266466/Das-Hotel-Bogota-versteigert-seine-Geschichte.html

    Wie gesagt, wer keine Ahnung hat......!

    Beste Grüße aus dem Babylon der zujezogenen BWL-Lutscher und Emporkömmlinge: Berlin

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