IHS und Markit: Milliarden-Deal in der Datenbranche

IHS und Markit
Milliarden-Deal in der Datenbranche

Zwei der weltweit größten Anbieter von Unternehmens und Wirtschaftsinformationen wollen künftig gemeinsame Sache machen: Der US-Konzern IHS plant, den Londoner Konkurrenten Markit zu übernehmen.

LondonEin neuer Mega-Deal bahnt sich an: IHS, ein Anbieter von Informationsdiensten will den Londoner Finanzdatenanbieter Markit für knapp sechs Milliarden Dollar kaufen. An dem fusionierten Unternehmen sollen IHS-Anteilseigner etwa 57 Prozent halten, die Aktionäre von Markit den Rest, teilte IHS am Montag mit. Basierend auf den Ergebnissen des Jahres 2015 käme das fusionierte Unternehmen auf einen Jahresumsatz von 3,3 Milliarden Dollar, Firmensitz soll London sein.

Dem Kaufpreis für Markit liegt den Angaben zufolge ein Aktienkurs von 31,13 Dollar zugrunde, ein Aufschlag von 5,6 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Der US-Konzern bietet Markt- und Analysedaten für verschiedene Industriebranchen an, darunter Energie, Luftfahrt, Automobil, Technologie und Finanzdienstleistungen. Der größte Bereich ist die Energiebranche. Aufgrund des Ölpreisverfalls und den damit einhergehenden Sparkursen der Ölkonzerne ging der Umsatz in der Sparte jedoch zurück. Im Bereich Finanzdaten sind Thomson Reuters und Bloomberg die größten Konkurrenten.

Markit stellt Daten für Indizes für Finanzprodukte, darunter auch Kreditausfallversicherungen, zur Verfügung.

Die Daten- und Indexanbieter sowie auf den außerbörslichen Handel spezialisierte Unternehmen entwickeln sich zu attraktiven Übernahmezielen, nachdem Börsenprodukte an Profitabilität verloren haben. Im Dezember 2015 erwarb der Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) mit Sitz in Atlanta für fast sechs Milliarden Dollar den US-amerikanischen Wirtschaftsinformationsdienst Interactive Data und die Energiehandelsplattform Trayport. Interactive Data bietet ähnlich wie Thomson Reuters Finanzmarktinformationen und unabhängige Bewertungen etwa von Anleihen. Größte anstehende Fusion ist die von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE). Gelingt der Zusammenschluss, entstünde einer der größten Börsenbetreiber der Welt.

Auch IHS und Markit erhoffen sich durch ein Zusammengehen einige Kosteneinsparungen. Wie die Unternehmen mitteilten, rechnen sie mit einem Sparvolumen von 125 Millionen Dollar bis Ende 2019. Dabei soll die Fusion zum neuen Unternehmen IHS Markit ein Deal unter Gleichen sein.

Jerre Stead, sowohl Chef des Verwaltungsrats als auch Vorstandsvorsitzender (CEO) von IHS wird dieselbe Funktion im neuen Konzern übernehmen. Markit-Verwaltungsratschef und CEO, Lance Uggla, soll zunächst als Präsident und Mitglied des Verwaltungsrats fungieren und Stead Ende 2017 nachfolgen, wenn dieser seine Ämter aus Altersgründen niederlegt. Der Deal soll in der zweiten Hälfte 2016 abgeschlossen werden.

Agentur
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