Immobilien
Betriebsrat fordert Rücktritt des GSW-Führungsduos

Beim Wohnungskonzern GSW Immobilien brennt die Luft. Der Betriebsrat fordert in einem Brief den Rücktritt des Führungsduos. Bereits vorher habe die Aktionärsversammlung ihnen das Vertrauen entzogen.
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FrankfurtUnmittelbar vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung beim Wohnungskonzern GSW fordert nun auch der Betriebsrat den Rücktritt des umstrittenen Führungsduos. Das geht aus einem Brief hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag und auf den 24. Juni datiert ist. Darin heißt es, die seit Wochen anhaltende öffentliche Kritik an Vorstandschef Bernd Kottmann und Aufsichtsratschef Eckart John von Freyend, vor allem aber der eindeutige Vertrauensentzug der Aktionäre auf der Hauptversammlung beunruhige die Belegschaft sehr und ruiniere den Ruf des Unternehmens auf dem Kapitalmarkt. „Der Betriebsrat bittet daher Herrn Dr. John von Freyend und Herrn Dr. Kottmann, ihre Verantwortung für die GSW durch Rücktritt von ihren Funktionen wahrzunehmen, um weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden.“

Damit schließen sich die Arbeitnehmervertreter der Forderung einiger großer Investoren an, die sich offen gegen das Führungsduo gestellt haben. So entzog die Hauptversammlung dem erst im April ernannten Kottmann in der vergangenen Woche mit über 63 Prozent der abgegebenen Stimmen das Vertrauen. Dessen Chef ist allerdings genauso umstritten: Über 69 Prozent stimmten für die Abberufung von John von Freyend. Damit wurde die für einen solchen Schritt erforderliche Mehrheit von 75 Prozent zwar knapp verfehlt. Zur Tagesordnung kann der Konzern trotzdem nicht übergehen. Denn der Aufsichtsrat, der an diesem Dienstagnachmittag zusammenkommt, muss sich jetzt mit der Frage befassen, ob das Misstrauensvotum gegen Kottmann sachlich begründet ist oder nicht - und entsprechende Konsequenzen ziehen.

Angestoßen hatte die Debatte der niederländische Pensionsfonds PGGM, der an den Fähigkeiten Kottmanns für den GSW-Chefposten zweifelt. Weil Kottmann und John von Freyend sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Büroimmobilienkonzern IVG kennen, steht der Vorwurf der Vetternwirtschaft im Raum. Kottmann war dort Finanzchef. Die IVG ist inzwischen ein Sanierungsfall. Beide Manager haben die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Kottmann hatte erklärt, seinen Drei-Jahres-Vertrag bei GSW trotz der Revolte erfüllen zu wollen.

In dem Schreiben des Betriebsrates heißt es nun: „Der Betriebsrat kann die fachliche und persönliche Eignung von Herrn Dr. Kottmann für die Funktion des Vorstandsvorsitzenden nicht beurteilen. Objektiv entsteht für das Unternehmen jedoch ein erheblicher Schaden, wenn Investoren dem Vorstandsvorsitzenden nicht das nötige Vertrauen entgegenbringen.“ Insbesondere aber der Aufsichtsrat bedürfe einer guten Reputation bei den Aktionären. Von der GSW war zu dem Brief des Betriebsrates zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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