Immobilien
Traumhaus für jedermann

Von der Omi bis zum Enkel: Wie muss ein Haus aussehen, das generationsübergreifendes Wohnen nicht nur möglich, sondern auch komfortabel macht? Ideen dafür guckt sich die Baubranche von Erfolgsmodellen anderer ab.
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MünchenDie Automobilbranche macht es vor: Elektrische Fensterheber gehören in modernen Autos zur Norm, ebenso wie individuell einstellbare Sitze. Auch der sich elektrisch öffnende Kofferraum ist serienmäßig zu haben.

Was andere Branchen längst als Standard in ihre Angebote aufgenommen haben, ist in der Baubranche noch Nischenprodukt für behinderte oder alte Menschen. Doch der demografische Wandel macht es für die Firmen nicht nur nötig, sich mit neuen Wohnideen zu beschäftigen. Die alternde Gesellschaft ist auch ein Markt, mit dem sich Geld verdienen lässt.

Mit der Frage, wie die Immobilienwirtschaft mit der älter werdenden Gesellschaft umgehen soll, setzt sich derzeit eine Sonderschau der Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) auf der Baumesse BAU in München auseinander – zum Anfassen und Ausprobieren in einer Musterimmobilie. Die Frage ist: „Wie muss Wohnraum aussehen, damit man darin alt werden kann?“, sagt Martina Koepp, Geschäftsführerin der GGT.

Ideen und Produkte der Unternehmen gibt es bereits viele. Nur so richtig auf dem Markt angekommen sind sie noch nicht. Dazu zählt auch die Einbauküche, die sich hoch und runter fahren lässt. In ihr können auch Rollstuhlfahrer, Bewohner unterschiedlicher Größe oder auch Menschen, die nicht mehr oder noch nicht auf Stühle steigen können, an das oberste Fach kommen.

Oder das Gerät, das ein Warnsignal abgibt, wenn ein Topf auf dem Herd vergessen wurde und die Herdplatte automatisch abschaltet. Es gibt auch höhenverstellbare Waschbecken, Licht per Bewegungsmelder und sich elektrisch öffnende Türen – Komfort für jedermann.

Ein gutes Beispiel ist auch das Badezimmer: Wer alt ist, braucht besondere Hilfen im Bad: Toiletten, die sich per Sensor öffnen oder abziehen. Licht zur Orientierung. Die bodengleiche Dusche ist in vielen Wohnimmobilien Luxus, doch mit anderen Worten: barrierefrei. Und das wiederum ist für ältere Menschen lebensnotwendig.

„Das deutsche Durchschnittsbad ist acht Quadratmeter groß und 35 Jahre alt“, sagt Martina Koepp, Geschäftsführerin der GGT. Das heißt konkret: Modernisiert wird nicht oft und wenn, ist nicht viel Platz. Deshalb gibt es im Musterhaus auch eine Dusch-Badewanne der neuen Generation. Die Tür ist aus Glas, der Einstieg fast ebenerdig. Baden ist trotzdem möglich, denn der Druck des Wassers dichtet die Türe ab. Kostenpunkt: rund 4000 Euro.

Und ab 20.000 Euro gibt es noch den eigenen Fahrstuhl im Haus anstatt des Treppenlifts. Das klingt viel moderner und weniger nach Alt sein. Ist es auch, denn ihn können alle nutzen.

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