Immobilienkonzern
Aktionäre rebellieren gegen GSW-Chef

Die Aktionäre der Berliner Immobiliengesellschaft GSW entziehen auf der Hauptversammlung Vorstandschef Kottmann das Vertrauen. Der Aufsichtsratschef darf aber bleiben. Der Pensionsfonds PGGM hatte den Putsch angezettelt.
  • 1

BerlinEklat bei der Berliner Immobiliengesellschaft GSW: Die Aktionäre wollen den gerade erst berufenen Firmenchef in die Wüste schicken. Die Hauptversammlung entzog Bernd Kottmann am Dienstag mit satten 63,31 Prozent der abgegebenen Stimmen das Vertrauen, wie das börsennotierte Unternehmen mitteilte.

Knapp davon kam dagegen der Manager, der Kottmann zur GSW gelotst hat: "Der Antrag eines Aktionärs auf Abberufung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Eckart John von Freyend hat mit 69,63 Prozent der abgegebenen Stimmen nicht die erforderliche Mehrheit von 75 Prozent erhalten".

Der niederländische Investor PGGM hatte den Putsch angezettelt. PGGM wirft John von Freyend eine überstürzte und schlechte Wahl bei der Neubesetzung des Vorstandschefs vor. Der Pensionsfonds, der weltweit 140 Milliarden Euro angelegt hat und eigentlich nicht für einen aggressiven Stil bekannt ist, besitzt selbst nur 2,6 Prozent der GSW-Anteile.

PGGM hatte aber an die Miteigentümer appelliert, sich gegen das Top-Management zu stellen und ein starkes Signal zu senden. Der Stuttgarter Rechtsanwalt Felix Born sagte im Namen von PGGM, eine Abwahl sei im Interesse des Konzerns. "Kottmann hat nicht das beste Profil." Eine interne Lösung wäre möglich und besser gewesen.

Kottmann war lange im Vorstand des Büroimmobilienkonzerns IVG, dort über Jahre für das operative Geschäft zuständig, zuletzt dann Finanzchef. Das Unternehmen, bei dem auch John von Freyend tätig war, gilt heute als Sanierungsfall. Deswegen steht nun der Vorwurf eines Interessenskonfliktes und der Vetternwirtschaft im Raum, wie auch viele Kleinaktionäre kritisierten.

Seite 1:

Aktionäre rebellieren gegen GSW-Chef

Seite 2:

Turbulente Hauptversammlung

Kommentare zu " Immobilienkonzern: Aktionäre rebellieren gegen GSW-Chef"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • .ein Schelm, wer hier Schlechtes denkt und von Vetternwirtschaft spricht! Zuerst waren Eckart John von Freyend und Bernd Kottmann bei der IVG im Vorstand (die ist der Tat ein Sanierungsfall ist und ich als Aktionär mit jetzt gerade mal 0,29 € pro Aktie einer der Geschädigten), nun trifft man die beiden wieder in der GSW. Zudem haben beide natürlich auch noch Aufsichtratsmandate (Vorsitzender und stv. Vorsitzender) in weitern und denselben Immobilienunternehmen. Auch die pleite gegangene BOTAG ist so eine Fehlgeburt der beiden Manager gewesen (war dort jahrelang in leitender Position bis zum jähen Ende 2000 tätig. Und nun findet Hr. Kottmann in der Immobilien- und Finanzkriste der USA einen Sündenbock für seine mageren Leistungen. Super, dass PGGM Herrn Kottmann in die Wüste schickt; und Herrn v. Freyend am besten gleich mit, bevor das Duo die GSW als nächste Immobiliengesellschaft zu einem Sanierungsfall werden lässt!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%