Immobilienkonzern
Immofinanz schraubt an seiner Strategie

Die Wirtschaftskrise in Russland hat Immofinanz tief in die roten Zahlen gedrückt. Jetzt ändert der Immobilienkonzern seine Strategie. Das Unternehmen verkauft seine Logistiksparte, Zentraleuropa rückt in den Fokus.
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Wien/MünchenDer österreichische Immobilienkonzern Immofinanz wendet sich nach Fehlschlägen in Russland wieder verstärkt den zentraleuropäischen Märkten zu. Nach roten Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr will sich der neue Chef Oliver Schumy von den Logistikobjekten seines Hauses trennen. Die Verkaufserlöse sollen in Deutschland, Österreich und Polen investiert werden. „Das Wachstum zielt auf eine Steigerung der nachhaltigen Profitabilität sowie auf eine gleichmäßigere Verteilung des Portfolios zwischen West- und Osteuropa ab“, erklärte Schumy.

Die Wirtschaftskrise in Russland hatte die einst skandalgebeutelte Immofinanz Verluste von 361,4 Millionen Euro eingebrockt, nach einem Gewinn von 72 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Die Aktionäre müssen für das im April abgelaufene Geschäftsjahr auf eine Dividende verzichten.

Künftig wollen sich die Wiener auf Büro- und Einzelhandelsimmobilien konzentrieren. Der Verkauf von Logstikflächen über insgesamt eine Million Quadratmeter sei eingeleitet, hieß es. Die Geschäfte in dem Segment liefen zwar gut, die Konkurrenz sei aber inzwischen fast zehn Mal so groß.

Das Portfolio solle möglichst als Ganzes verkauft werden, es gebe Interesse deutscher Großlogistiker, sagte Schumy. Er wolle mindestens den Buchwert des Portfolios von 450 Millionen Euro erlösen. Investieren will die Immofinanz in der Zukunft zwei Milliarden Euro, die Hälfte davon aus Fremdkapital.

Um „möglichst rasch die strukturelle Dividendenfähigkeit und damit eine nachhaltige Ausschüttungspolitik“ zu gewährleisten will Schumy an der Konzernstruktur schrauben. Um Zeit dafür zu gewinnen, verschob er die Hauptversammlung der Immofinanz auf Dezember.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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