Impfungen und Sport: Betriebe werben Fachkräfte mit Gesundheitsangeboten

Impfungen und Sport
Betriebe werben Fachkräfte mit Gesundheitsangeboten

Viele deutsche Unternehmen setzen auf die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter: Sie bieten ergonomische Bürostühle an oder haben Vorsorgeuntersuchungen im Programm. So wollen sie Fachkräfte binden.
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BerlinAuf der Suche nach Fachkräften setzen die deutschen Unternehmen verstärkt auf die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter. 90 Prozent der Betriebe bieten inzwischen mindestens eine Maßnahme in diesem Sektor für ihre Beschäftigten an oder planen dies konkret, ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte DIHK-Umfrage unter rund 1500 Betrieben. Lediglich zehn Prozent der Betriebe machen solche Angebote nicht.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks, sagte, die Unternehmen hätten erkannt, dass sich durch Gesundheitsförderung angesichts der demografischen Entwicklung und des sich verschärfenden Fachkräftemangels Mitarbeiter länger halten ließen. Dies gelte besonders für ältere Beschäftigte. Zugleich verwies Dercks auf Studien, wonach jeder in die Krankheitsvorbeugung investierte Euro einen Ertrag von zwei bis drei Euro bedeute. Eigene Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gebe es dazu nicht.

70 Prozent der Unternehmen böten eine gesundheitsgerechte Ausstattung am Arbeitsplatz an - wie etwa ergonomische Bürostühle, Stehpulte, verstellbare Arbeitsplatten oder spezielle Fertigungsbänke. 45 Prozent haben Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen im Programm. Sport und Bewegungsangebote stehen der Erhebung zufolge bei 43 Prozent der Betriebe auf der Tagesordnung. Angebote zur Stressbewältigung bieten gut ein Viertel der Betriebe oder planen diese.

Als Partner binden die Betriebe Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften, aber auch Fitness-Studios, Physiotherapeuten und Ärzte ein. Allerdings nutzen die Firmen nur zu 17 Prozent die staatliche Förderung, wonach im Jahr für bestimmte Präventionsleistungen ein Steuerfreibetrag von 500 Euro pro Mitarbeiter geltend gemacht werden können. Dercks beklagte, die Latte für die Förderung liege sehr hoch und die Finanzämter wüssten darüber meist nicht bescheid.

Dercks äußerte die Befürchtung, dass sich die Pläne der Koalition zur abschlagfreien Rente mit 63 kontraproduktiv auf das Gesundheitsangebot auswirken könnten. Für Beschäftigte über 55 werde künftig eher auf ein vorzeitiges Ausscheiden gesetzt, anstatt in ihre Gesundheit zu investieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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