Infrastruktur
Hochtief setzt auf Sanierung deutscher Autobahnen

Hochtief hat Hoffnung auf bessere Geschäfte in Deutschland. Besonders die Aussicht auf die Vergabe millionenschwerer Infrastrukturprojekte sorgt für Optimismus. Auch die Mitarbeiterzahl könnte wieder steigen.

HagenDie Lennetalbrücke an der A45 bei Hagen ist in die Jahre gekommen: Überall platzt der Beton ab, Armierungseisen rosten durch. Die Brücke wurde 1967 eröffnet. Damals waren die Experten von einem deutlich geringeren Verkehrsaufkommen ausgegangen, aber sowohl der Pkw- als auch der Lkw-Verkehr haben drastisch zugenommen. Und schwerer sind die Lastwagen auch geworden: Früher rechnete man mit 24 Tonnen Gewicht pro Fahrzeug, heute mit 44 Tonnen.

Seit zwei Jahren baut der Konzern Hochtief nun eine neue Brücke über das Flüsschen Lenne. Damit der Verkehr weiter fließt, wird die knapp einen Kilometer lange neue Brücke unmittelbar neben die alte Brücke gebaut und 2018 gegen Ende der Bauzeit an die Stelle der alte Brücke geschoben. Eine technisch recht anspruchsvolle Aufgabe, aber ein lukrativer Auftrag, der Hochtief 105 Millionen Euro Umsatz bringt.

Ähnlich wie bei der A45 hofft Hochtief durch neue Aufträge für Infrastruktur-Projekte wie Autobahnen oder Brücken, sein deutsches Geschäft wieder deutlich ausbauen zu können. Das Essener Unternehmen wolle dabei verstärkt auf Öffentlich-Private Partnerschaften (PPP) setzen, bei denen private Investoren im Auftrag des Staates Projekte bauen und betreiben, kündigte Hochtief-Vorstandsmitglied Nikolaus Graf von Matuschka in Hagen an.

Mittelfristig strebe das Unternehmen bei seiner für das Geschäft in Europa und Amerika zuständigen Tochter Hochtief PPP Solutions einen jährlichen Auftragseingang aus diesem Geschäft von rund einer Milliarde Euro an. Im laufenden Jahr konnte Hochtief nach Angaben eines Sprechers bereits PPP-Aufträge im Gesamtwert von rund 600 Millionen Euro verbuchen. So baut Hochtief derzeit unter anderem die A7 nördlich von Hamburg aus.

Vor allem durch eine ganze Reihe von Infrastrukturprojekten hoffe man auch auf eine steigende Bedeutung des deutschen Geschäfts bei Hochtief, sagte von Matuschka. Dann sei auch wieder ein Anstieg der Beschäftigtenzahl im Inland möglich. „Die Infrastruktur in Deutschland ist in einer desolaten Verfassung“, sagte Matuschka. Und bis 2030 werden die Ansprüche an die Infrastruktur weiter wachsen. Nach Berechnungen von Experten nimmt der Pkw-Verkehr bis dahin um 12 Prozent zu, der Güterverkehr sogar um 38 Prozent.

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