Insolventer Billigstromanbieter: Teldafax-Manager müssen vor Gericht

Insolventer Billigstromanbieter
Teldafax-Manager müssen vor Gericht

Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßiger Betrug und Bankrott – wegen dieser Vorwürfe müssen sich drei Teldafax-Manager vor Gericht verantworten. Das Bonner Landgericht ließ jetzt die Anklage zur Hauptverhandlung zu.
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DüsseldorfDie Chefs des einst größten deutschen Billigstromanbieters Teldafax müssen sich jetzt vor Gericht für die Insolvenz des Unternehmens verantworten. Das Landgericht Bonn hat die Anklage der Staatsanwaltschaft „unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet“, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft Bonn wirft dem Gründer des Unternehmens, Michael Josten, und den späteren Vorstandschefs Klaus Bath und Gernot Koch Insolvenzverschleppung, gewerbsmäßigen Betrug sowie Bankrott vor.

Teldafax hatte erst am 14. Juni 2011 einen Antrag auf Insolvenz gestellt, obwohl die Gesellschaft nach Auffassung der Ermittler bereits seit Sommer 2009 zahlungsunfähig gewesen war. Teldafax war durch Billigangebote zwar rasant gewachsen, die Tarife waren aber nicht kostendeckend. Das Unternehmen konnte nur überleben, weil die Löcher in der Bilanz durch die Vorauszahlungen der neuen Kunden gestopft wurden. Das Handelsblatt deckte bereits im Oktober 2010, also acht Monate vor dem Insolvenzantrag das Schneeballsystem hinter Teldafax auf.

Von der Pleite sind mehr als 700.000 Kunden betroffen. Gemessen an der Zahl der Gläubiger ist es damit das größte Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Es wird noch Jahre in Anspruch nehmen.

Auch das Strafverfahren droht zum Mammutprozess zu werden. Der Prozess beginnt am 18. Februar. Zunächst hat das Gericht bis Anfang Mai 16 Verhandlungstage angesetzt. Dann soll das Verfahren „während des gesamten Jahres 2014 – mit Unterbrechungen durch Feiertage sowie Urlaube von Verfahrensbeteiligten – jeweils Dienstags und Freitags fortgesetzt werden“.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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  • Wer Glasfaser verbuddelt braucht eben auch eine autarke Stromversorgung der Endgeräte.

  • ....so war es 2001 auch -TelDaFax verkaufte damals Telefontarife. Angeklagt wurden viele-freigesprochen alle.
    Gerne stelle ich die Mitteilung des damaligen Insolvenzverwalters zur Verfügung - 125000 DM waren für einen einzigen Vertriebs"partner" trotz Zugeständnis einfach mal so uneinbringbar! Es war ein nicht unbeteutender Teil meiner geplanten Rente (...man soll ja selbst vorsorgen,sagt unsere politische Führung)-gelohnt hat es sich fürwahr nicht.
    Besser funktioniert das wohl eher , wenn man vorgeht,
    wie TelDaFax Manager und deren Anwälte und Insolvenzverwalter.

    Freundliche Grüße an alle, die es interessiert,die es wissen wollen und -die ,die nicht mehr in der Lage sind, ihre Ansprüche jemals wieder zu formulieren....

    Wolfgang Bartholmei
    WB-Post@t-online.de

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