ISE-Verkauf nicht geplant
Deutsche Börse stellt Beteiligungen auf den Prüfstand

Die Deutsche Börse will in allen Geschäftsfeldern zu den besten zwei Anbietern gehören. Wo das nicht gelingt, schließen die Frankfurter auch einen Ausstieg nicht aus. Das gesamte Portfolio steht auf dem Prüfstand.
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FrankfurtDie Deutsche Börse erwägt den Verkauf von Randgeschäften. „Wir überprüfen derzeit unser gesamtes Portfolio an Produkten, Angeboten und Beteiligungen“, sagte der neue Vorstandschef Carsten Kengeter am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Es kann sein, dass dies zur Einstellung oder zum Verkauf von Geschäften führt.“ Die US-Optionsbörse ISE, deren Veräußerung die Frankfurter zuletzt erwogen hatten, will der ehemalige Investmentbanker allerdings für erste behalten. „Ein Verkauf ist weder unmittelbar geplant, noch liebäugeln wir damit.“

Ziel von Deutschlands größtem Börsenbetreiber müsse es sein, in allen Geschäftsfeldern zu den besten zwei Anbietern zu gehören, sagte Kengeter. Wenn dies in manchen Bereichen dauerhaft nicht gelinge, müsse sich das Unternehmen Gedanken über einen Ausstieg machen. Um mehr Geschäfte an Land zu ziehen, will der seit zwei Monaten amtierende Vorstandschef künftig enger mit institutionellen Investoren und Finanzinstituten zusammenarbeiten. „Wir wollen unser Geschäft durch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen und Partnerschaften ausbauen.“

Kengeter hat am Montagabend seine Agenda für die kommenden Jahre vorgestellt. Zu seinem „Beschleunigungsprogramm“ gehören weitere Sparmaßnahmen sowie Ziele für das Jahr 2018. Bis dahin sollen die Nettoerlöse pro Jahr um fünf bis zehn Prozent klettern, der Gewinn um zehn bis 15 Prozent. Bei Experten kam das gut an. "Aus unserer Sicht sind diese Ziele ambitioniert", erklärten die Analysten der Bank Barclays. Auch das Bekenntnis zur Kostendisziplin sei positiv. Deutsche-Börse-Aktien legten rund ein Prozent zu.

In den vergangenen Tagen hat Kengeter mit dem Kauf von zwei Index-Anbietern sowie der Devisenhandelsplattform 360T für Wirbel gesorgt. Für die Frankfurter Firma 360T, die laut Bundesanzeiger im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 23,4 Millionen Euro einfuhr, legte Kengeter 725 Millionen Euro hin und stach damit den US-Konkurrenten CME aus. Bis 2018 werde die Plattform mehr als 100 Millionen Euro zu den Erlösen der Deutschen Börse beitragen, erklärte das Unternehmen. Kengeter setzt darauf, dass die Aufsichtsbehörden nach diversen Manipulationsskandalen Druck machen, dass künftig mehr Devisengeschäfte über Börsen-ähnliche Plattformen wie 360T abgewickelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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