Jahresbilanz
Sixt leidet unter sparsamen Geschäftsreisen

Weniger Geschäftsreisen und der Aufbau eines Carsharing-Unternehmens haben bei Sixt den Gewinn belastet. Der Überschuss fiel um fast 20 Prozent. Im laufenden Jahr soll es laut Sixt noch weiter bergab gehen.
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MünchenDer Autovermieter Sixt hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel auf 118,6 Millionen Euro, das sind 14,6 Prozent weniger als 2011, wie der Konzern aus Pullach bei München am Donnerstag mitteilte. Ein Rückgang war zwar angekündigt, Analysten hatten aber damit gerechnet, dass er weniger stark ausfallen werde. Auch beim Überschuss blieb Sixt mit 79,2 Millionen Euro (minus 18,7 Prozent) unter den Erwartungen.

Wegen der Krise in Europa sei die Zahl der Geschäftsreisen zurückgegangen, begründete Sixt den Gewinneinbruch. Zudem seien hohe Kosten für den Aufbau eines Stationsnetzes im weltgrößten Vermietungsmarkt USA sowie für das gemeinsam mit BMW betriebene Carsharing-Unternehmen DriveNow aufgelaufen.

Für 2013 kündigte Sixt ein Ergebnis vor Steuern „leicht unter Vorjahresniveau“ an. Die Erlöse aus dem Vermietungsgeschäft dürften sinken, weil vor allem in Deutschland, dem größten Markt, die Nachfrage nach Mietautos weiter zurückgehe. Die Unternehmen sparten wegen der unsicheren Aussichten Geld bei Geschäftsreisen. Im Leasingsegment wird dagegen ein stabiler bis leicht steigender Umsatz erwartet.

Im vergangenen Jahr war die Entwicklung umgekehrt: Während das Vermietungsgeschäft dank guter Geschäfte im Ausland zulegte, blieben die Leasingerlöse unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt kletterte der operative Konzernumsatz um 3,9 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Rechnet man die Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Leasingfahrzeuge hinzu, waren es 1,6 Milliarden Euro (plus zwei Prozent).

Dem Gewinneinbruch zum Trotz dürfen sich die Aktionäre freuen: Für das Jubiläumsjahr 2012, in dem Deutschlands größter Autovermieter sein 100-jähriges Bestehen feierte, soll die Dividende samt Bonus auf 1,00 Euro je Stammaktie und 1,02 Euro je Vorzugsaktie erhöht werden. Davon profitiert vor allem Vorstandschef Erich Sixt, der rund die Hälfte der Anteile hält.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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