Jung von Matt: Kein Kommentar zu Merkel-Gerüchten

Jung von Matt
Werbe-Profis müssen sich neu erfinden

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Kein Kommentar zu Merkel-Gerüchten

Dabei hätte Jung von Matt einiges zu erzählen gehabt – wenn sie denn dürften. Über den neuen Etat zum Bundestagswahlkampf 2017 für die CDU zum Beispiel. Doch die Werber blocken ab. Kein Kommentar. Strerath und von Matt sollen, so weiß es die Branche längst, den Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel halten. Regelmäßige Treffen im Kanzleramt stünden an.

Doch Ergebnisse ihrer politischen Kampagne werden die Bürger erst in einigen Wochen, wenn nicht gar Monaten sehen. Von dem Erstarken der SPD mit ihrem designierten Kanzlerkandidaten und Parteichef Martin Schulz lassen sich die Wahlwerber anscheinend nicht provozieren.

Für Agenturbeobachter Lindhof macht der CDU-Etat aus agenturstrategischen Gründen Sinn: „Arbeiten für politische Parteien genießen eine hohe Aufmerksamkeit“, weiß der Agenturexperte. Doch das politische Experiment ist auch gewagt: Bei einem Misserfolg würde dies negativ auf die Agentur abstrahlen, meint Lindhof. Unerfahren ist Jung von Matt in politischen Dingen allerdings nicht: Die österreichische Jung-von-Matt-Tochter verantwortete 2016 den erfolgreichen Wahlkampf des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen.

Politische Kommunikation ist nur eines der neuen Felder, in die Jung von Matt hineingeht. Unter Jung von Matt/Stars kümmert sich Ex-Nationalspieler Arne Friedrich um Werbung mit Youtubern und ähnlichen Jungstars. Eine weitere Unit setzt sich mit E-Sports, dem boomenden Markt der Computergamer, auseinander, den die Werbeindustrie zunehmend für sich entdeckt. Und unter der Flagge Jung von Matt/Sports sorgt der frühere Profifußballer Christoph Metzelder für Kontakte ins Sportgeschäft. „Die Agentur bleibt nicht stehen“, lobt Agenturkenner Klein.

Das bleibt auch anderen Unternehmen, die ihr kreatives Geschäft stärken wollen, nicht verborgen. Die Inhaberagentur bekommt Kaufangebote. Doch Agenturchef Figge winkt ab. „Wir wollen unabhängig bleiben“, sagt er. Seit Jahren formt die Agentur ihr Partnermodell, bei dem zahlreiche Führungskräfte Anteile besitzen. Auch hier gibt es ein Vorbild: den Marktführer Serviceplan.

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