Kasino-Stadt Atlantic City
Nichts geht mehr im Trump-Palast

Atlantic City war einst Ferienparadies und das Ostküsten-Pendant zu Las Vegas. Mit dem „Trump Taj Mahal“ schließt nun ein weiteres Symbol der Stadt. Selbst Wall-Street-Legende Carl Icahn hat hier Millionen verbrannt.
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New YorkAtlantic City wirkt wie eine Fata Morgana. Drei Stunden fährt man mit dem Auto von New York City aus Richtung Süden und sieht nur Wälder und kleine Städte. Doch dann tauchen wie aus dem Nichts in der Ferne die Wolkenkratzer auf, dahinter das blaue Meer. Ein Spaziergang durch die Stadt in New Jersey ist ähnlich unwirklich.

Die Strandpromenade „Boardwalk“ ist aus Holz, überall stehen kleine Buden mit Eiskrem oder Zuckerwatte. Am Strand sonnen sich ein paar Urlauber, weiter hinten ragt der „Stahlpier“ in den Atlantik. Früher sprangen Cowboys mit ihren Pferden von dort hinunter in den Ozean, um die Besucher zu unterhalten. Heute sind dort ein Riesenrad und eine Achterbahn zu sehen.

Mitten in der Stadt ragt das Trump Taj Mahal heraus. Das größte Kasino der Stadt könnte mit seinem Zierrat in Las Vegas stehen. Mit den Kuppeln und Minaretten aus Beton soll es an das berühmteste Grabmal Indiens erinnern. Aber mit der Verehrung einer verstorbenen Geliebten hat der Bau wenig gemein: Drinnen stehen Rentner und Touristen in einer öden Spielhalle vor einarmigen Banditen.

Noch bis zum 6. September können sie dort spielen. Dann schließt das Trump Taj Mahal seine Pforten. Seit Anfang Juli streikt rund ein Drittel der Belegschaft, sie wollten mehr Geld. In einer Erklärung sagte Tony Rodio, Chef des Betreibers Tropicana Entertainment, man könne nicht „weiterhin zig zweistellige Millionenbeträge verbrennen, wenn die Gewerkschaft den Weg zur Profitabilität versperrt“.

Die Holding Tropicana wird von Hedgefonds-Manager Carl Icahn kontrolliert, der vor 18 Monaten das Kasino für 100 Millionen Dollar aus einem Konkursverfahren übernahm. Dieses Geld hat der Milliardär verloren: „Es war eine schlechte Wette“. Jetzt ziehe er den Stecker: „Wie viel gutes Geld wirft man dem Schlechten hinterher?“

Kern der Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften war die Bezahlung. Im Kasino verdienten die Beschäftigten im Schnitt zwölf Dollar die Stunde, weniger als die Kollegen in anderen Kasinos der Stadt. Dazu verloren sie im Konkursverfahren die vom Unternehmen bezahlte Krankenversicherung und andere Absicherungen. „Für ein paar Millionen hätte er Ruhe mit den Mitarbeitern haben können“, sagt Gewerkschaftschef Bob McDevitt über Icahn. „Der große Deal-Macher brennt lieber das Kasino bis auf die Grundmauern herunter, so dass er die Asche für sich alleine hat.“

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  • Da staunt der linke Pöbel, wenn die Gewerkschaft ihren Willen nicht bekommt, wie etwa im Räte-
    laden VW.
    Wir Investoren und Aktionäre ziehen in freien Ländern den Stecker. Nur die Dividenden und Profite zählen für den aufgeklärten Menschen. Von was sollte der Unternehmer und der Lohnsklave, denn sonst leben.
    Das Casino war die Kuh und jetzt ist es Rindersuppe für den einmaligen Verzehr.
    Die Karawane sieht weiter und wir Finken werden gerechter weise immer reicher.

  • Spaß und Vergnügen geht auch so:

    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/afghanistan-kinder-zwischen-krieg-und-terror-100.html (absolut sehenswert; die übrigen Beiträge der Sendung übrigens auch).

  • "...fast alle 27 Millionen Besucher im Jahr kommen mit dem Auto. Die Zahl fällt seit acht Jahren...."

    Wir haben das Jahr 2016. Vor acht Jahren... also seit dem Lehmann Brothers Crash!

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