KKR
Finanzinvestor steigt bei GfK ein

Mindestens 18,54 Prozent der Firmenanteile möchte der Finanzinvestor KKR beim Marktforschungsunternehmen GfK erwerben. Der GfK-Verein soll aber weiterhin Mehrheitsaktionär bleiben.
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NürnbergDas wirtschaftlich angeschlagene Marktforschungsunternehmen GfK setzt bei seiner Neuausrichtung auf den US-Finanzinvestor KKR. Die Amerikaner sollen die GfK bei der Transformation in die digitale Marktforschungswelt „schneller und konsequenter voranbringen“, begründete GfK-Vorstandssprecher Gerhard Hausruckinger den geplanten KKR-Einstieg bei dem Nürnberger Unternehmen am Donnerstag.

Firmen fordern von Marktforschern immer stärker Daten, über das Kaufverhalten von Verbrauchern per Smartphone und Tablet-Computer. Die Neuausrichtung darauf ist aufwendig und teuer. GfK hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass KKR vor dem Einstieg bei dem Marktforschungsunternehmen stehe. KKR werde den GfK-Kleinaktionären ein entsprechendes Übernahmegebot unterbreiten. Geplant sei der Kauf von mindestens 18,54 Prozent der bisher von Anlegern gehaltenen Firmenanteilen. KKR bietet den Aktionären 43,5 Euro pro Aktie. Die Behörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Der GfK-Verein, über den große deutsche Firmen Anteile an der GfK halten, soll dagegen weiterhin mit 56,46 Prozent GfK-Mehrheitsaktionär bleiben, sagte ein Sprecherin des GfK-Vereins. Auch solle am Firmenstandort Nürnberg festgehalten. Die Struktur des GfK-Aufsichtsrats bleibe unverändert

Hausruckinger begrüßte den geplanten KKR-Einstieg. Der Finanzinvestor habe bei diversen Finanzbeteiligungen gezeigt, dass Firmen mit KKR-Unterstützung „eine erfreuliche Entwicklung nehmen“. Nicht zuletzt das KKR-Engagement beim Medienunternehmen Pro Sieben Sat 1-Media habe bewiesen, dass der Finanzinvestor Firmen für die digitale Welt vorbereiten kann. „Das ist eine wichtige Erfahrung, die uns zugutekommen kann“, fügte Hausruckinger.

Die GfK hofft darüber hinaus, vom früheren KKR-Engagement bei dem US-Marktforschungsunternehmen und Weltmarktführer Nielsen zu profitieren. „Das ist sicher nicht der einzige Faktor bei der Entscheidung für KKR gewesen, aber einer, der uns bei unserer Entscheidung bestärkt hat“, sagte Hausruckinger. „Denn das ist der Beweis, das KKR in dieser speziellen Branche Tiefgang und auch die entsprechenden Experten hat.“

Unklar blieb am Donnerstag, inwieweit KKR zu Investitionen in die GfK-Neuausrichtung bereit sei. Zur Frage, ob in der Vereinbarung mit KKR auch Investitionen des Finanzinvestors vereinbart seien, sagte Hausruckinger: „Dazu kann ich mich im Moment nicht äußern“. Wichtig sei für die GfK vor allem das internationale Netzwerk, über das KKR verfüge. „KKR hat eine Vielzahl von Kontakten ins Silicon Valley und andere Hotspots.“

Die GfK-Gruppe hatte 2015 mit 13 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,543 Milliarden Euro erwirtschaftet, bei sinkenden Umsätzen aber zuletzt rote Zahlen geschrieben. Nach erneut enttäuschenden Geschäftszahlen war es vor einigen Monaten an der Spitze des Unternehmens zu Turbulenzen und zu Führungswechseln gekommen. Das bisherige Vorstandsmitglied Gerhard Hausruckinger übernahm vorübergehend zum 1. September die Rolle als Sprecher des Vorstands.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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