Klage gegen Lufthansa
Vielflieger-Streit endet mit einem Kompromiss

Über zwei Jahre hat der Schlagabtausch zwischen der Lufthansa und einem Professor gedauert. Nun wurde der Streit außergerichtlich beigelegt: Die Fluglinie will sich in Zukunft an eine Dreimonatsfrist halten.
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Köln/FrankfurtDie Lufthansa beendet den langwierigen Gerichtsstreit mit einem Professor um das Vielfliegerprogramm "Miles & More" mit einem Kompromiss. Das Unternehmen habe sich dazu verpflichtet, künftig Änderungen der Flugprämien, die es für Bonusmeilen gibt, mit einer Frist von drei Monaten anzukündigen, sagte Tobias Eggendorfer, Professor für IT in Hamburg, am Montag zu Reuters.

"Die Lufthansa kann jetzt nicht mehr einfach so etwas ändern." Ihn habe der Umgang der Lufthansa mit ihren Kunden geärgert, mit dem Vergleich sei der Streit beendet. Im Gegenzug verzichtet Eggendorfer auf weitere Auseinandersetzung vor Gericht - als nächstes hätte er den Fall vor den Bundesgerichtshof (BGH) bringen können.

Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels bestätigte die Einigung. Wenn es der Wunsch vieler Kunden sei, Änderungen früher bekanntzugeben, dann werde man das künftig eben so handhaben, sagte er. Zuerst hatte "Spiegel Online" über das Ende des Clinches berichtet.

Begonnen hat der juristische Schlagabtausch zwischen dem Dauer-Flieger und dem Kranich-Konzern vor gut zwei Jahren: Im Dezember 2010 stellte die Lufthansa zum Januar 2011 ihr Meilen-Programm um. Die Folgen waren erheblich: Passagiere benötigen mehr Bonusmeilen, um Freiflüge zu erhalten.

Eggendorfer klagte gegen die aus seiner Sicht viel zu kurzfristige Änderung der "Miles & More"-Flüge und bekam in erster Instanz Recht. Beim jüngsten Prozess vor dem Oberlandesgericht Köln vor einem Monat unterlag er jedoch und drohte damit, beim BGH in Revision zu gehen. Die Lufthansa wollte verhindern, dass die Änderung ihrer Flugprämienbedingungen rückwirkend aufgehoben würde - das wäre richtig teuer geworden.

Dafür kam der Konzern lange nicht aus den Schlagzeilen. Die juristische Offensive des eloquenten Akademikers wurde von zahlreichen Medien begleitet, Eggendorfer selbst hielt die Öffentlichkeit auf der Internetseite Meilenschwund.de sowie über Twitter auf dem Laufenden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
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Kommentare zu " Klage gegen Lufthansa: Vielflieger-Streit endet mit einem Kompromiss"

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  • Es ist begrüßenswert, dass ein Kompromiss für die Zukunft gefunden wurde. Viel interessanter aber wäre es zu erfahren, wie sich die Parteien im Hinblick auf die von Herrn Eggendorfer geforderte entschädigende Meilengutschrift geeinigt haben. Das LG Köln erklärte die Meilenentwertung im März 2012 für rechtswidrig. Das OLG Köln vertrat die entgegengesetzte Auffassung. Herr Eggendorfer, welche Schadensteilungsquote hat LH akzeptiert? Auch mein Meilenkonto wurde am 1.1.11 entwertet.

  • Nicht ohne meinen Papa!

    Statt Prämien könnte man die Bonusmeilen als Transportsachleistung für Umgang mit dem anderen Elternteil bei Kindern aus gescheiterten multinationalen Ehen verwenden.

    http://baehring.at/ko-drops.jpg

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