Klickbetrug-Vorwürfe

Blablacar mahnt Wettbewerber ab

Blablacar wehrt sich gegen den Vorwurf des Klickbetrugs. Deutschlands Marktführer für Mitfahrgelegenheiten dementiert Gerüchte im Netz und leitet nun juristische Schritte gegen einen Konkurrenten ein.
  • Christoph Seyerlein
Das Unternehmen ist Europas größter Anbieter für Mitfahrgelegenheiten. Quelle: imago/Haytham Pictures
Blablacar-Büros in Paris

Das Unternehmen ist Europas größter Anbieter für Mitfahrgelegenheiten.

(Foto: imago/Haytham Pictures)

DüsseldorfIn den sozialen Netzwerken bekommt Blablacar derzeit viel Gegenwind zu spüren. Auf Facebook kritisieren Nutzer den Marktführer für sein neues Gebührensystem und die Pflicht zur Onlinezahlung. Doch einige Vorwürfe überschreiten nach Ansicht der Blablacar-Verantwortlichen eine Grenze: Manche Nutzer unterstellen Blablacar, unliebsame Kommentare zu löschen und die Zugriffszahlen durch automatisierte Profile, so genannte Bots, künstlich in die Höhe zu treiben. Ein Vorwurf, den der Marktführer deutlich von sich weist.

Gegenüber dem Handelsblatt räumt ein Blablacar-Sprecher zwar ein, dass es auf der eigenen Plattform zuletzt „zu einer unnatürlich hohen Klickzahl auf unsere Fahrtangebote“ gekommen sei. Dafür seien aber technische Probleme verantwortlich, deren Ursache das Unternehmen nachgehen will. Ein Klickbetrug würde für Blablacar keinen Sinn machen, da nur eine erfolgreiche Vermittlung von Fahrern und Mitfahrern Blablacar einen Mehrwert bringe.

Hinter dem Gerücht des Klickbetrugs wittert der Marktführer eine Kampagne eines Wettbewerbers. Denn in einer Pressemitteilung hatte die Konkurrenzseite Fahrgemeinschaft.de auf die erhöhten Zugriffe hingewiesen. Ein Vorwurf, den Blablacar nicht auf sich sitzen lassen will. „Wegen der Unwahrheit der aufgestellten Behauptung und deren systematischer Verbreitung mussten wir nun rechtliche Schritte gegenüber unserem Wettbewerber einleiten, der den ADAC-Mitfahrclub, Fahrgemeinschaft.de und pendlernetz.de betreibt“, sagte Christian Schiller aus der Blablacar-Geschäftsleitung. Die Abmahnung werde dem Konkurrenten zugestellt

Sven Domroes, Geschäftsführer von Fahrgemeinschaft.de, reagiert gelassen auf die angekündigte Abmahnung von Blablacar. „Nicht wir berichten über den Einsatz von Fake-Profilen und Bots bei Blablacar, sondern die Nutzer“, sagte er. Ein mögliches Gerichtserfahren fürchte er nicht. „Wir führen nur die Meinung der User an.“

In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten
Platz 10: Hannover
1 von 10

In rund 80 Prozent der deutschen Tarifgebiete hat die Einführung des Mindestlohns zu einer Erhöhung der Taxigebühren geführt. Nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Kilometerpreise sind angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung der Taxi-Bestell-App mytaxi, die einen Überblick über die zehn teuersten Taxi-Städte gibt. Gelistet wird nach dem Preis für eine durchschnittliche Fahrt durch die Innenstadt von sechs Kilometern Länge. Auf Platz zehn landet Hannover, die Hauptstadt Niedersachsens. Die Grundgebühr für eine Taxifahrt beträgt hier 3,20 Euro. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste noch einmal 1,90 drauf. Damit liegen die Kosten für sechs Kilometer bei 14,60 Euro.

Quelle: mytaxi

Platz 9: Dresden
2 von 10

In Dresden ist die Fahrt mit einem Taxi minimal teurer: Für eine Strecke von sechs Kilometern müssen Fahrgäste insgesamt 14,70 Euro zahlen, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Fahrt mit einem eigenen Pkw verzichten zu können. Der Kilometerpreis liegt hier bei 1,80 Euro, die Grundgebühr beträgt 3,90.

Platz 8: Köln
3 von 10

Auch in der Rheinmetropole hat die Fahrt mit dem Taxi seinen Preis: Um sechs Kilometer nach Hause kutschiert zu werden, müssen die Kölner 14,90 Euro springen lassen. Der Tarif ergibt sich aus einer Grundgebühr von 3,50 Euro und einem Preis von 1,90 Euro pro Kilometer.

Platz 7: Frankfurt
4 von 10

Unter 15,50 Euro kommen Taxi-Fahrgäste bei einer Strecke von sechs Kilometern in Frankfurt nicht weg. Zwei Euro pro Kilometer und eine Grundgebühr von 3,50 Euro sind hier pro Fahrt zu entrichten.

Platz 6: Hamburg
5 von 10

2,10 pro Kilometer zahlen Kunden für eine Taxifahrt in Hamburg. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 3,20 Euro. Das ergibt einen Gesamttarif von 15,80 Euro für sechs Kilometer und Rang sechs im Ranking.

Platz 5: Berlin
6 von 10

Noch etwas mehr – nämlich 15,90 Euro – muss man in Berlin in die Hand nehmen, um sechs Kilometer mit dem Taxi gefahren zu werden. Der Kilometerpreis beträgt hier zwar nur zwei Euro, die Grundgebühr liegt dafür aber schon bei 3,90 Euro. Damit ist die Hauptstadt die fünftteuerste Taxistadt Deutschlands.

Platz 4: Essen
7 von 10

Wer gedacht hat, im Ruhrgebiet sei Taxifahren vergleichsweise günstig, liegt falsch. Das zumindest zeigen die Tarife in Essen, die bei insgesamt 16 Euro inklusive der Grundgebühr von vier Euro liegen. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste zwei Euro. Ganz in der Spitzengruppe fehlen jedoch sonst recht teure Städte wie Stuttgart und München – beide liegen im Taxi-Ranking außerhalb der Top Ten.

Nicht nur auf der Facebook-Seite, auch in diversen Diskussionsforen berichten Nutzer darüber, dass Blablacar scheinbar selbst virtuelle Nutzerprofile eingerichtet habe, die automatisiert andere Profile auf der Plattform besuchen. So sollen die Zugriffszahlen künstlich in die Höhe getrieben sein. Ein Profil frage beispielsweise am gleichen Tag eine Fahrt in Norddeutschland und eine in Süddeutschland ab. Mittlerweile sind die einige dieser Profile gelöscht worden.

Blablacar ist Europas größter Anbieter für Mitfahrgelegenheiten und auch in Deutschland Marktführer. Genaue Nutzerzahlen hierzulande nennt Blablacar nicht, weltweit sollen es 30 Millionen sein. Zu Spitzenzeiten geht bei dem Unternehmen in Deutschland eigenen Angaben zufolge alle sieben Sekunden eine Buchung ein. Fahrgemeinschaft.de zählt bislang rund eine Million User in Deutschland.

Startseite

Mehr zu: Klickbetrug-Vorwürfe - Blablacar mahnt Wettbewerber ab

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%