Krankenhausbetreiber: Rhön-Klinikum geht auf Rivalen zu

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Rhön-Klinikum geht auf Rivalen zu

Das neue Vorstandsduo bei Rhön-Klinikum sucht nach der geplatzten Fusion mit Fresenius das Gespräch mit der Konkurrenz, denn das Unternehmen verfolgt große Pläne. Die Umsetzung dauere aber „noch eine Weile“, heißt es.
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FrankfurtDer Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum setzt trotz der geplatzten Fusion mit Fresenius weiter auf eine Zusammenarbeit mit der Konkurrenz. Der fränkische Konzern sucht deshalb das Gespräch mit Asklepios und B. Braun, die 2012 mit ihrem Einstieg bei Rhön den Verkauf der Klinikkette an Fresenius verhindert hatten.

Die neue Rhön-Spitze wolle nun ausloten, ob der Grund für die Blockade dauerhaft bestehe oder nicht, sagte Rhön-Finanzchef Jens-Peter Neumann am Donnerstag in Frankfurt. Angesichts der heftigen Zerwürfnisse, die es im vergangenen Jahr wegen der geplatzten Fusion gab, rechne er jedoch nicht mit einer schnellen Lösung.

Die Familienunternehmen Asklepios und B. Braun waren Branchenkreisen zufolge damals bei Rhön eingestiegen, um die Schaffung eines übermächtigen Anbieters zu verhindern, der den Klinikmarkt in Deutschland dominiert. Beide Konzerne wollten sich am Donnerstag nicht zu dem Thema äußern. Sollte ein Zusammenschluss von Rhön mit einem anderen Klinikbetreiber nicht zustande kommen, sei auch eine Kooperation mit einem Wettbewerber denkbar, sagte Rhön-Chef Martin Siebert nun. „Allerdings ist eine auf Kooperations-Verträgen basierende Verbindungen nicht so belastbar.“ Sprechen will Rhön mit den großen Unternehmen aus der Krankenhausbranche, die allesamt an Rhön beteiligt sind - also mit Fresenius, Asklepios, B. Braun, den Sana-Kliniken sowie deren Eigentümern.

Langfristig peile Rhön weiter die Schaffung eines deutschlandweiten Kliniknetzes an, auf dessen Basis der Konzern eine Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte anbieten könne, sagte Siebert. „Dieses Projekt lebt weiter.“

Um den Plan umzusetzen, brauche Rhön jedoch Partner im Kliniknetzwerk und auf der Versicherungsseite. „Das gesamte Projekt wird wegen seiner Komplexität noch eine Weile dauern“, sagte Siebert. Er ist seit Anfang 2013 Vorstandvorsitzender von Rhön-Klinikum und gilt als Vertrauter von Unternehmensgründer und Großaktionär Eugen Münch, der seit Jahren von einem flächendeckenden Kliniknetzwerk samt Zusatzversicherung träumt.

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