Krankenhausgruppe
Personalkosten drücken Gewinn von Asklepios

Setzt sich der Trend des ersten Halbjahres fort, sind die Gewinnziele von Asklepios-Chef Wandscheider nicht nur ambitioniert, sondern unerreichbar. Ein Sparprogramm soll nun die Effizienz erhöhen.
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FrankfurtGestiegene Personalkosten und höhere Aufwendungen für Energie und Versicherungen haben den Gewinn des Klinikbetreibers Asklepios geschmälert. Der Überschuss fiel im ersten Halbjahr um 19,5 Prozent auf 45 Millionen Euro, wie die Krankenhausgruppe am Donnerstag mitteilte. Asklepios-Chef Ulrich Wandschneider will mit einem Sparprogramm gegensteuern. Um seine Jahresziele zu erreichen, muss sich Asklepios strecken.

„Wir werden in der Asklepios-Gruppe alle Möglichkeiten nutzen, die Leistungsstärke und Effizienz unserer Häuser weiter zu erhöhen“, sagte Wandschneider. So sollen die Geschäfte zentraler gesteuert werden. Bislang ist die Asklepios-Gruppe, zu der unter anderem der börsennotierte Offenburger Klinikbetreiber Mediclin gehört, eher dezentral organisiert.

Asklepios besitzt über 140 Kliniken und Gesundheitszentren und hat rund 45.000 Beschäftigte. Neben der zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörenden Klinik-Gruppe Helios und dem fränkischen Rhön-Klinikum -Konzern gehört Asklepios zu den größten privaten Klinikbetreibern in Deutschland. Im ersten Halbjahr versorgte Asklepios mehr als eine Million Patienten.

Bei annähernd gleicher Bettenzahl behandelte Asklepios 5,6 Prozent mehr Patienten als vor einem Jahr. Der Umsatz legte jedoch nur um 2,8 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn (Ebitda) schrumpfte um 7,1 Prozent auf 120,4 Millionen Euro, die operative Rendite (Ebitda-Marge) ging auf 8,0 von 8,8 Prozent zurück.

Die Personalkosten seien deutlich stärker gestiegen als der Umsatz, unter anderem wegen höherer Tarifabschlüsse. Zudem sei der Wettbewerb unter den Klinikbetreibern scharf. Die Jahresziele seien „ambitioniert“, gestand Wandschneider ein. Der operative Gewinn soll steigen, der Umsatz soll – ohne Zukäufe – um zwei bis vier Prozent zulegen.

Zu dem schwelenden Gerichtsstreit mit Rhön-Klinikum um eine umstrittene Satzungsänderung bei dem Rivalen hielt sich Asklepios bedeckt. Der Konzern werde sich weiter bei Rhön alle Optionen offen halten. Asklepios hatte ursprünglich vor, seine Beteiligung an Rhön aufzustocken. Der Klinikbetreiber brach aber dann den vom Kartellamt geforderten Verkauf der Harzkliniken in Goslar ab. Die Kartellwächter hatten deshalb die Anteilserhöhung untersagt. Asklepios will dennoch weiter mit Interessenten sprechen und einen Verkauf prüfen. „Bei Bedarf müsste dann später ein erneuter Antrag beim Kartellamt gestellt werden“, erklärte Asklepios.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krankenhausgruppe: Personalkosten drücken Gewinn von Asklepios"

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  • Personalkosten? Welch ungeheure Lüge! Es sind die Manager, die die Firmen ausbluten!!! Man sehe nur Experten! Nur noch unfähig und dafür horrende Bezüge! Wieviel Leute kann man beschäftigen für 1 Manager ( Ackermann = 20 Mill. Euro Einkommen )????

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