Krankenhauskonzern
Umbauprogramm soll Rhön-Klinikum schlagkräftiger machen

Eine Milliarde will das Rhön-Klinikum in den Umbau stecken, das soll auch das operative Ergebnis ankurbeln. Dagegen kommt der drittgrößte deutsche Krankenhauskonzern anscheinend nicht um einen Stellenabbau herum.
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FrankfurtMit einem Umbauprogramm will der drittgrößte deutsche Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum wieder mehr Schlagkraft gewinnen. "Wir wollen die Voraussetzungen für überdurchschnittliches Wachstum schaffen", sagte Vorstandschef Martin Siebert am Montag in Frankfurt. Zuletzt war Rhön beim Wachstum hinter der Konkurrenz zurückgeblieben. Siebert will die 54 Konzern-Kliniken regional besser verzahnen, weniger Leiharbeitskräfte einsetzen und die Produktivität der medizinischen Dienste erhöhen. Auch sollen Stellen in der Verwaltung gestrichen werden. Mit den Schritten soll der operative Gewinn (Ebitda) in den kommenden zwei bis drei Jahren um einen zwei- bis dreistelligen Millionen Euro-Betrag verbessert werden. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie legte zeitweise um ein Prozent zu.

„Rhön-Klinikum soll künftig wieder da stehen, wo es hingehört, an der Spitze des Marktes“, sagte Siebert. Der Manager will den Konzern zu einem integrierten Gesundheitsunternehmen entwickeln, spezialisierte Medizinschwerpunkte ausbauen und von regionalen Klinik-Netzwerken noch stärker profitieren. Flankiert werden soll der Umbau durch ein Investitionsprogramm im Volumen von einer Milliarde Euro in den nächsten fünf Jahren. Finanzieren wolle Rhön dies aus dem Cash-Flow und aus Fördermitteln, sagte Siebert. Die Gelder sollen unter anderem in den Bau und die Sanierung von Kliniken fließen, aber auch in die Medizintechnik.

Schrittweise Margenverbesserung

Im vergangenen Jahr hatte der Klinikbetreiber aus Neustadt an der Saale mit seinen 43.000 Beschäftigten bei einem Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro eine operative Rendite (Ebitda-Marge) von 10,2 Prozent erzielt. Angepeilt werde eine Margenverbesserung von 0,5 bis 1,0-Prozentpunkten pro Jahr, sagte Siebert. Schrittweise werde sich Rhön damit einer Zielrendite von 14 Prozent annähern, die 2015 aber wohl noch nicht erreicht werde. Die Zahl seiner Patienten will das Unternehmen je Jahr um 2,5 Prozent steigern.

Der Umbau werde im medizinischen Bereich bei steigenden Fallzahlen und den Beschäftigten mehr abverlangen. Komme Rhön mit seinen Zielen voran, seien allerdings auch rund 500 neue Stellen erforderlich. Potenzial für Einsparungen sieht Siebert dagegen bei Leiharbeitskräften und bei den Materialkosten. Einen Stellenabbau soll es im nichtmedizinischen Bereich, etwa in der Verwaltung, geben. Konkrete Zahlen nannte der Rhön-Chef nicht. „Darüber wollen wir erst mit den lokalen Betriebsräten sprechen“, sagte er. „Der Personalabbau ist aber deutlich niedriger als die 500, die wir aufbauen wollen.“

Gespräche mit Helios über Zusatzversicherung

Mit dem Konkurrenten Helios befindet sich Rhön laut Siebert weiter in Gesprächen über den Aufbau einer Zusatzversicherung, durch die Kassenpatienten in den Kliniken Leistungen wie Privatversicherte in Anspruch nehmen können. Nach der geplatzten Übernahme von Rhön durch die Helios-Mutter Fresenius loten die beiden Unternehmen aktuell die Möglichkeiten zur Kooperation aus. 2012 war die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön durch Fresenius gescheitert, weil der Konkurrent Asklepios in letzter Minute bei den Franken eingestiegen war. Der Plan, eine private Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte einzuführen, war ein Hauptgrund dafür, dass Rhön-Gründer Eugen Münch die Firma mit Helios zusammenführen wollte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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