Leighton
Führungseklat bei Hochtief-Tochter

Der Verwaltungsratschef der australischen Hochtief-Tochter Leighton tritt ab - und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Essener Baukonzern. Die Aktien des Baukonzern gehen auf Tiefflug.
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Sydney/Düsseldorf/MadridBeispielloser Eklat bei der australischen Hochtief -Tochter Leighton : Der Chef des Verwaltungsrats, Stephen Johns, wirft ebenso wie zwei seiner Kollegen aus Ärger über die Essener Konzernmutter die Brocken hin. Der gegen erbitterten Widerstand von der spanischen ACS -Gruppe übernommene Hochtief-Konzern wolle Leighton die Unabhängigkeit nehmen, begründete Johns seinen Abgang. Hervorgetan habe sich dabei der von ACS an die Hochtief-Spitze entsandte Ex-ACS-Manager Marcelino Fernandez Verdes. "Wir stehen voll hinter der verbliebenen Leighton-Spitze", sagte ein Hochtief-Sprecher. Hochtief-Aktien schickte Johns' Rücktritt in den Sinkflug, sie waren am Freitag größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

"Stephen Johns (..), Wayne Osborn und Ian Macfarlane haben heute ihren Rücktritt eingereicht", erklärte Leighton in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht. Damit kehrte die Hälfte der eigentlich sechs unabhängigen Mitglieder dem Gremium den Rücken. Die drei Kontrolleure seien der Ansicht, dass Hochtief entgegen früheren Vereinbarungen nicht mehr eine unabhängige Führung bei Leighton unterstütze. Das führte zum offenen Bruch: Die verbleibenden Leighton-Manager teilten diese Ansicht nicht, hieß es in einer später verbreiteten zweiten Mitteilung Leightons.

Der spanische ACS-Konzern habe sich die Mehrheit bei Hochtief gesichert und danach seinen Einfluss durch die Entsendung des ehemaligen ACS-Managers Verdes an die Hochtief-Spitze zementiert, schrieb Johns in einem offenen Brief. Verdes vertrete Hochtief auch bei Leighton - und habe dort etwa versucht, Einfluss auf die Besetzung eines eigentlich einem unabhängigen Kandidaten zustehenden Führungspostens zu nehmen. Es bestehe die ernsthafte Sorge um die Unabhängigkeit Leightons. Verdes habe trotz mehrfacher Aufforderungen nichts unternommen, um die Sorgen zu zerstreuen. ACS wollte sich nicht zu den Vorgängen bei Leighton äußern.

Hochtief ist mit rund 53 Prozent an Leighton beteiligt, 2011 hatten sich die Essener dort die Mehrheit gesichert. Hochtief selbst gehört nach einer erbittert geführten Übernahmeschlacht seit 2011 zur Baugruppe ACS. Verdes, der im November den Chefposten in Essen übernommen hatte, baut Hochtief nun um und will das Unternehmen auf Rendite trimmen. Der Spanier erwartet, dass auch Leighton höhere Margen erarbeitet und sich auf das Kerngeschäft fokussiert.

Zahlreiche Vorstände und Manager hatten Hochtief im Zuge der Machtübernahme durch ACS verlassen. In der Belegschaft hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, der unter Milliarden-Schulden ächzende ACS-Konzern könne Hochtief zerschlagen. Auch Gerüchte um einen Verkauf der Ertragsperle Leighton hatten die Runde gemacht - bewahrheitet haben sie sich indes bislang nicht.

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Personeller Aderlass nimmt "dramatische Züge" an

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