Leighton
Hochtief-Tochter unter Korruptionsverdacht

Die australische Tochter des Baukonzerns Hochtief soll jahrelang Korruptionsgelder bezahlt haben. Die Praxis bei Leighton sei in den Führungsetagen abgesegnet worden, melden australische Medien. Die Aktie bricht ein.
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SydneyKorruption und verdeckte Zahlungen sollen bei Leighton Holdings jahrelang die Norm gewesen sein, das hat der australische Medienkonzern Fairfax Media am Donnerstag gemeldet. Investigative Journalisten der Zeitungsgruppe hatten die Geschäfte des international tätigen Bauunternehmens sechs Monate lang unter die Lupe genommen. Aus Hunderten vertraulichen, internen Dokumenten sei ersichtlich geworden, dass Leighton Holdings Korruptionsgelder in Millionenhöhe bezahlt habe, um sich in Ländern wie Irak, Malaysia und Indonesien Großaufträge zu sichern.

Die Führung von Leighton Holdings – auch der langjährige Chef Wal King – habe von der Praxis gewusst, behauptet Fairfax. Die Untersuchung habe eine „Kultur der Belohnung von korruptem Verhalten oder Inkompetenz“ aufgezeigt. Die Unternehmensführung sei so „katastrophal“ gewesen, dass der Fall den Unternehmensstandort Australien „weltweit blamieren“ werde.

Leighton Holdings erklärte, bei den mutmaßlichen Fällen von Bestechung und Korruption handle es sich um „außergewöhnliche Vorfälle“. Entsprechende Informationen habe die Firma schon im Februar 2012 offengelegt.
Leighton Holdings ist ein in Australien börsennotiertes Bauunternehmen mit einem Marktwert von fast sieben Milliarden australischen Dollar. Die Gruppe und wird zu 56,39 Prozent von Hochtief kontrolliert. Das deutsche Unternehmen ist eine Tochter der spanischen ACS.

Leighton beschäftigt weltweit etwa 61.000 Angestellte und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem weltweit führenden Bauunternehmen entwickelt. Neben dem Bau großer Infrastrukturprojekte ist Leighton auch stark im Bergbau engagiert. Der Wert der Leighton-Papiere fiel am Donnerstag nach der Veröffentlichung der Berichte um neun Prozent.

Wie Fairfax schreibt, seien die Journalisten im Besitz von Dokumenten, die eine Vielfalt von korruptem und illegalem Verhalten zeigten. Eine offenbar am 23. November 2010 vom damaligen Interim-Geschäftsführer David Stewart geschriebene interne Mitteilung lässt vermuten, dass Wal King persönlich eine korrupte Zahlung bewilligt hatte. Der damalige Chef International von Leighton, David Savage und King hätten von einer Zahlung von 42 Millionen australischen Dollar (29 Millionen Euro) an eine Firma in Monaco gewusst, die von irakischen Offiziellen nominiert worden war, meint Fairfax. Im Gegenzug habe Leighton den Auftrag für den Bau einer Ölpipeline im Wert von 750 Millionen australischen Dollar erhalten. „Ich hatte gefragt: hat Wal K das bewilligt? Und er sagte ja“, zitiert Fairfax die interne Meldung des Geschäftsführers.

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Interessenskonflikte und Bestechungszahlungen

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  • Schrecklich, insbesondere da Irak, Malaysia und Indonesien ja die korruptionsärmsten Länder der Welt sind /Ironie off. In gewissen Ländern kann man nur Geschäfte machen, wenn man sich an die Geschäftspraktiken anpasst.

  • Wiedermal Leigthon. Jedesmal, wenn die HT Aktie gut läuft, dann kommt Leighton mit einen neuen "Drama" um die Ecke. Hat schon fast Methode.

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